Diversität muss zur Normalität werden!

Eine längst überfällige Debatte – ein Kommentar von Sarmini Sivanathan

Die Studie der Neuen Deutschen Medienmacher*innen hat uns eins klar und deutlich gezeigt: Es mangelt an ethnischer Vielfalt in deutschen Redaktionen, die noch vornehmlich von der bürgerlichen weißen Mitte besetzt sind. Zwar nehmen wir heute mehr Journalist*innen mit Migrationshintergrund wahr, aber das ist nur ein schleichender Prozess. Während etwa jede vierte Person in Deutschland laut des statistischen Bundesamts einen Migrationshintergrund hat, haben weniger als zehn Prozent der Journalist*innen eine andere Familienherkunft. Wieso also passen sich deutsche Redaktionen nicht der diversen Gesellschaft an?

“Die Redaktionen haben nicht das nötige Wissen.” ist ein sehr bekanntes Argument. Aber zum Thema Digitalisierung hatten die Redaktionen vor Jahren auch nicht das Wissen. Mittlerweile arbeiten sie mit so einer digitalen Ausstattung wie nie zuvor. Crossmedialität oder mobiles Arbeiten sind nur einige der Stichworte, die immer mehr in Redaktionen zu hören sind. Wenn also hier der Wandel erfolgen kann, wieso nicht beim Thema Diversität? Die Möglichkeiten zur Wissensaneignung sind doch da, sei es über eine Diversity-Trainerin oder einen Diversity-Guide. Statt diese wahrzunehmen, werden immer noch Themenvorschläge von diversen Journalist*innen als “Nischenthemen” abgestempelt, die die mehrheitlich weiße Bevölkerung nicht interessieren würden. Das andere Extrem gibt es aber auch. Die türkische Kollegin wird automatisch ausgewählt, um die Wahlergebnisse in der Türkei zu kommentieren. Journalist*innen mit Migrationshintergrund werden auf ihre Herkunft reduziert, sie werden als Expert*innen für ihr Herkunftsland betrachtet. Aber ihre Stimme ist vielfältiger. Sie können genauso gut über den Klimawandel oder über das Oktoberfest in der Nachbarstadt berichten. 

Diversität im Journalismus ist unverzichtbar. Die Menschen brauchen verschiedene Meinungen und Perspektiven, um auch die diverse Gesellschaft, in der sie leben, zu verstehen. Wie soll von qualitativ hochwertigem Journalismus die Rede sein, wenn die Berichterstattung für eine multikulturelle Bevölkerung vornehmlich durch die deutsche Brille erfolgt? Das muss sich ändern!

Wie sollte denn dann die Redaktion der Zukunft aussehen? Wir haben junge Menschen mit einem Migrationshintergrund fotografiert, die entweder Journalismus studieren oder bereits journalistisch tätig sind. Genau solche diversen Personen müssen die Redaktionen besetzen, damit ein Wandel in der Medienlandschaft geschaffen wird:



Unsere Empfehlungen für dich!

Wir haben in unseren Beiträgen den Fokus auf den Migrationshintergrund gelegt. Aber Diversität hat viele Facetten. Daher empfehlen wir dir diese Podcasts von Medienschaffenden, die das Thema aus nochmal anderen Blickwinkel betrachten und neue Perspektiven einbringen. Hör gerne mal rein und schreib uns deine Meinung zu diesem Thema!

mm

Vor etwa einem Jahr stand Sarmini vor einer entscheidenden Frage: Wohin geht es mit ihr nach dem Bachelor? Nach langem Hin und Her hat sie sich für den Journalismus entschieden und wagte den Sprung ins kalte Wasser. Die Bilanz nach einem Jahr: Es ist und bleibt die richtige Entscheidung! Besonders spannend findet sie die Auseinandersetzung mit politischen und kulturellen Themen.

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