{"id":4732,"date":"2023-07-11T12:10:57","date_gmt":"2023-07-11T10:10:57","guid":{"rendered":"https:\/\/juk.hmkw.de\/perspektive-journalismus\/?p=4732"},"modified":"2023-07-21T09:55:43","modified_gmt":"2023-07-21T07:55:43","slug":"kommentar-klimajournalismus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/juk.hmkw.de\/perspektive-journalismus\/kommentar-klimajournalismus\/","title":{"rendered":"Versagen auf ganzer Linie                                                                       &#8211; Der Klimajournalismus zwischen mangelndem Bewusstsein und falscher Balance"},"content":{"rendered":"\n<h1>Versagen auf ganzer Linie                                                                       &#8211; Der Klimajournalismus zwischen mangelndem Bewusstsein und falscher Balance<\/h1>\n\n\n\n<div class=\"wp-container-3 wp-block-columns\">\n<div class=\"wp-container-1 wp-block-column\" style=\"flex-basis:33.33%\">\n<figure class=\"wp-block-image aligncenter size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/juk.hmkw.de\/perspektive-journalismus\/wp-content\/uploads\/sites\/13\/2023\/07\/Chris_LeBoutillier_unsplash-2-702x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4745\" width=\"310\" height=\"449\" \/><figcaption>Foto: Chris LeBoutillier<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-container-2 wp-block-column\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p><strong>Ein Kommentar:<\/strong> <em>Versagen auf ganzer Linie. So muss man zusammenfassen, wie sich der Journalismus im Angesicht der drohenden Klimakatastrophe schl\u00e4gt. Der Klimawandel ist eben diese Linie, die sich durch praktisch jedes Thema unserer Gesellschaft zieht. Er ist ein Querschnittsthema.<\/em>       <\/p>\n\n\n\n<p>In der aktuellen Lage darf man nicht \u00fcber ein Wirtschaftswachstum von 2,6 Prozent berichten, ohne zu erw\u00e4hnen, dass die deutsche Wirtschaft pro Jahr mehr als 570 Millionen Tonnen CO2 produziert. Es kann keine freudigen Meldungen \u00fcber die Erholung der Flugbranche nach Corona geben, ohne auch die 915 Millionen Tonnen CO2 zu erw\u00e4hnen, die durch Flugzeuge ausgesto\u00dfen werden. W\u00e4hrend bei einer Fu\u00dfballweltmeisterschaft in Katar in vielen Berichterstattungen Kritik an menschenunw\u00fcrdigen Arbeitsbedingungen auf den Baustellen der Stadien mitschwingt \u2013 und das absolut zu Recht \u2013 wird dazu geschwiegen, welche Menge an Energie n\u00f6tig ist, um Rasen zu bew\u00e4ssern und Stadien zu k\u00fchlen. Und das in einem Land, in dem es oftmals f\u00fcnf Monate am St\u00fcck nicht regnet und auch im November 30 Grad hat. <\/p>\n\n\n\n<p>Die Journalistin Sara Schurmann fasst die mediale Relevanz der Klimakrise treffend zusammen: &#8222;Sie ist kein Thema neben anderen, dem wir auf der medialen B\u00fchne Platz geben, sie bedroht die ganze B\u00fchne, die Welt an sich.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Und doch r\u00e4umt der Journalismus der Klimakatastrophe nicht den Platz auf Titelseiten und zur Primetime ein, der notwendig w\u00e4re. Kritischer Journalismus muss Hintergrund und Kontext erkennen und aufzeigen. Beim Thema Klima geschieht jedoch oft sogar das Gegenteil, es herrscht eine Kultur der falschen Balance. Oft bieten politische Talkshows eine B\u00fchne, die prim\u00e4r eins sein soll: eine Arena der Konfrontation. Und dann sitzt der gestandenen Klimaforscherin mit Jahrzehnten Forschungserfahrung ein Leugner des menschengemachten Klimawandels gegen\u00fcber. Ohne Belege, nur mit einer Meinung. Unter dem Vorwand der Ausgeglichenheit wird zwei Lagern Reichweite erm\u00f6glicht, f\u00fcr die sich das eine gar nicht qualifiziert ist. Doch 97 Prozent der Klimawissenschaft ist sich einig: der Klimawandel ist menschengemacht. <\/p>\n\n\n\n<p>Genau dieser sehr eindeutige Konsens muss von den Medien auch richtig dargestellt werden. Bei der Frage, was denn nun genau geplant ist, um die bitter notwendige Energiewende auch im n\u00f6tigen Tempo zu bewerkstelligen wird in Polit-Talkshows selten nachgehakt. Was uns denn dieses abstrakte Mammutprojekt \u201eNachhaltigkeit\u201c nun alle kosten wird, ist hingegen eine fast immer gestellte Frage in den Gespr\u00e4chsrunden. Welche Mehrkosten es mit sich bringt diese Wende zu verschlafen, geh\u00f6rt dann aber nicht mehr zum Fragenkatalog der Moderator:innen. Kritische Klimaberichterstattung muss zum ressort\u00fcbergreifenden Querschnittsthema werden. Sei es Politik, Wirtschaft, Sport oder Unterhaltung. In jeder Redaktion muss fachliches Wissen und vor allem ein Bewusstsein f\u00fcr das Klima vorhanden sein.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Klimakrise braucht einen festen Sendeplatz in jedem Format, eine feste Spalte in jeder Zeitungsrubrik und eine immer wiederkehrende Stimme in jedem H\u00f6r-Format. Alles andere wird dem Anspruch des Klimajournalismus nicht gerecht.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<div style=\"height:75px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity is-style-wide\" \/>\n\n\n\n<p>Ein paar Ans\u00e4tze f\u00fcr qualitativ hochwertigen Klimajournalismus gibt es jedoch bereits:                                                                                                                                                             beispielsweise das <a href=\"https:\/\/klimajournalismus.de\/\" title=\"\">Netzwerk Klimajournalismus <\/a>oder                                                                                                                                                                                                                                           <a href=\"https:\/\/klimavoracht.de\/\" title=\"\">KLIMA vor acht<\/a>. <\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity is-style-wide\" \/>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Versagen auf ganzer Linie &#8211; Der Klimajournalismus zwischen mangelndem Bewusstsein und falscher Balance Ein Kommentar: Versagen auf ganzer Linie. 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