{"id":354,"date":"2022-06-27T17:49:37","date_gmt":"2022-06-27T15:49:37","guid":{"rendered":"https:\/\/juk.hmkw.de\/future-of-journalism\/?p=354"},"modified":"2023-06-23T12:11:44","modified_gmt":"2023-06-23T10:11:44","slug":"beziehungsprobleme-wir-mussen-reden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/juk.hmkw.de\/perspektive-journalismus\/beziehungsprobleme-wir-mussen-reden\/","title":{"rendered":"Beziehungsprobleme: Wir m\u00fcssen reden"},"content":{"rendered":"\n<p style=\"font-size:18px\"><strong>Journalismus, was ist los?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-container-3 wp-block-columns\">\n<div class=\"wp-container-1 wp-block-column\" style=\"flex-basis:50%\">\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/juk.hmkw.de\/perspektive-journalismus\/wp-content\/uploads\/sites\/13\/2022\/06\/prateek-katyal-xv7-GlvBLFw-unsplash-1024x683.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2634\" width=\"562\" height=\"375\" \/><figcaption><mark style=\"color:#4200c1\" class=\"has-inline-color\"><strong>Im Internet entscheiden Klicks und Likes dar\u00fcber, was gesehen wird und was nicht.<\/strong> \u00a9Prateek Katyal<\/mark><\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-container-2 wp-block-column is-vertically-aligned-center\" style=\"flex-basis:50%\">\n<p><em>Die Digitalisierung hat die Welt umgekrempelt, darin werden sich die meisten einig sein. Auch im Journalismus hat sie f\u00fcr grundlegende Ver\u00e4nderungen gesorgt und einen Kampf um Likes, Klicks und Aufmerksamkeit losgetreten. Die Rollen aller Teilnehmer*innen des Mediensystems m\u00fcssen neu sortiert und vergeben werden. Aber in diesem Umbruch bleiben Nachwuchsjournalist*innen leicht auf der Strecke. Lieber Journalismus: L\u00e4sst du mich fallen, wenn es brenzlig wird?&nbsp;<\/em><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<p>Lieber Journalismus,<\/p>\n\n\n\n<p>eigentlich hatte ich mir das anders vorgestellt mit uns. Schlie\u00dflich dachte ich, unser gemeinsames Ziel w\u00e4re klar \u2013 zur Meinungsbildung und einer informierten Gesellschaft beitragen. Doch die rosa Wolken der anf\u00e4nglichen Euphorie sind verpufft \u2013 und vom Schweben sind wir ins Fallen geraten. Wir haben einige Probleme, die wir nicht einfach ignorieren k\u00f6nnen. Denn du hast dich ver\u00e4ndert \u2013 und damit auch deine Qualit\u00e4t, deine Glaubw\u00fcrdigkeit und deine Attraktivit\u00e4t als Berufsfeld.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich wei\u00df, die Zeiten sind nicht leicht f\u00fcr dich. Eine Studie der Otto-Brenner-Stiftung von Juli 2022 best\u00e4tigt:&nbsp;Der mediale Wandel durch die Digitalisierung hat dich vor neue Herausforderungen gestellt. Statt Information und Integrit\u00e4t scheinen jetzt Skandalisierung und Selbst\u00fcbersch\u00e4tzung nur allzu verlockend f\u00fcr dich zu sein. Die Medienunternehmen wollen, dass du schnell bist. Ob du gut und qualitativ hochwertig arbeitest, ist ihnen egal.&nbsp;Hauptsache Geld \u2013 ist das erstrebenswert? Dabei ist das Presseproblem eigentlich gar nicht so neu. Was aber neu ist, sind die ver\u00e4nderten \u00f6konomischen Bedingungen und neuen Vermittlungswege.&nbsp;Soziale Online-Plattformen wie Facebook, Twitter und Co. geben mit ihren geheimen Algorithmen den Takt an \u2013 und du bist gezwungen, dich gegen Millionen von &#8222;Content-Creatorn&#8220; zu behaupten und genauso wie alle anderen um die Aufmerksamkeit der Nutzer*innen zu buhlen.&nbsp;Deine Stellung als stolzer Gatekeeper in gl\u00e4nzender R\u00fcstung, der allein dar\u00fcber entscheidet, welche Informationen an die \u00d6ffentlichkeit gelangen, hast du schon lange nicht mehr. Auf sozialen Plattformen kann jetzt jede*r Nachrichten publizieren. Und durch die Boulevardisierung deiner Inhalte passt du dich an. Die Folge: Dein Angebot verliert an Qualit\u00e4t und dein Publikum das Vertrauen in dich.<\/p>\n\n\n\n<p>Das scheinst du bisher aber nur bedingt zu reflektieren. Und nicht nur das, denn die Last dieser Ver\u00e4nderungen ruht vor allem auf den Schultern der Nachrichtenmacher*innen \u2013 und damit auch auf meinen. Die Verantwortung, sorgf\u00e4ltig und ausf\u00fchrlich zu arbeiten und der Druck abzuliefern, werden immer gr\u00f6\u00dfer. Die Studie der Otto-Brenner-Stiftung zeigt, welche Konsequenzen das hat: Ungef\u00e4hr 60 Prozent der befragten Journalist*innen haben im vergangenen Jahr wiederholt dar\u00fcber nachgedacht, ihren Job aufzugeben \u2013 jede*r Zehnte sogar mehrmals in der Woche. Auffallend ist, dass vor allem j\u00fcngere Journalist*innen sich gestresst f\u00fchlen und unter dem neuen Leistungsdruck leiden. Gerade die j\u00fcngeren sorgen sich also um ihre berufliche Zukunft. Und auch ich frage mich: L\u00e4sst du mich fallen, wenn ich einmal nicht abliefere?<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn das mit uns etwas werden soll, braucht unsere Beziehung also vor allem das, was es in jeder funktionierenden Beziehung braucht: Sicherheit und Zuverl\u00e4ssigkeit. Vielleicht solltest du also endlich damit anfangen, eine Grenze zu ziehen und das Ruder herumzurei\u00dfen. Eine Grenze zwischen dir und den anderen, die mitmischen \u2013 den sozialen Medien, der PR, dem Kommerz. Schlie\u00dflich kann in jeder Krise auch eine Chance liegen. Wie w\u00e4re es mit Transparenz und Ehrlichkeit als Qualit\u00e4tsma\u00dfstab? Oder einfach mit etwas frischem Wind? Neue Ideen und Formate, die auf Missst\u00e4nde hinweisen, Informationen bereitstellen und Perspektiven aufzeigen. Ganz ohne versteckte Interessenskonflikte. Vielleicht w\u00fcrden die Leute daf\u00fcr ja auch gerne bezahlen? Schlie\u00dflich hei\u00dft es doch: In guten wie in schlechten Zeiten, oder? Und ich finde, es ist Zeit f\u00fcr die guten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\ud83d\udd8a\ufe0f\ud83d\udcf7 Die Digitalisierung hat die Welt umgekrempelt, darin werden sich die meisten einig sein. Auch im Journalismus hat sie f\u00fcr grundlegende Ver\u00e4nderungen gesorgt und einen Kampf um Likes, Klicks und Aufmerksamkeit losgetreten. Die Rollen aller Teilnehmer*innen des Mediensystems m\u00fcssen neu sortiert und vergeben werden. Aber in diesem Umbruch bleiben Nachwuchsjournalist*innen leicht auf der Strecke. 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