{"id":301,"date":"2022-06-27T17:28:55","date_gmt":"2022-06-27T15:28:55","guid":{"rendered":"https:\/\/juk.hmkw.de\/future-of-journalism\/?p=301"},"modified":"2023-06-23T12:08:39","modified_gmt":"2023-06-23T10:08:39","slug":"warum-wissenschaftsjournalismus-so-relevant-ist","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/juk.hmkw.de\/perspektive-journalismus\/warum-wissenschaftsjournalismus-so-relevant-ist\/","title":{"rendered":"Journalismus, der Wissen schafft"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-medium-font-size\" style=\"font-style:normal;font-weight:700\">Warum Wissenschaftsjournalismus nicht nur etwas f\u00fcr Akademiker*innen ist<\/p>\n\n\n\n<p><em>Wissenschaft ist nur etwas f\u00fcr leicht grau melierte Menschen in wei\u00dfen Kitteln, die mit einem seltsamen Vokabular herumdrucksend vor sich hin argumentieren und sich selbstreferenziell dar\u00fcber austauschen, welche neuen Erkenntnisse sie hinter einem undurchsichtigen Wall aus Methodik und Theorie zu einem Thema erlangen konnten, wovon Durchschnittsmenschen sowieso noch nie etwas geh\u00f6rt haben. Aber Schluss mit dem unverst\u00e4ndlichen Wissenschaftsjargon. Wissenschaftliche Aspekte finden sich schlie\u00dflich auch im allt\u00e4glichen Leben wieder. Umso wichtiger ist es, die auch f\u00fcr Nicht-Wissenschaftler*innen zu vermitteln.<\/em><\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-container-2 wp-block-columns\">\n<div class=\"wp-container-1 wp-block-column\">\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/juk.hmkw.de\/perspektive-journalismus\/wp-content\/uploads\/sites\/13\/2022\/09\/Rampelt_Bennett_DJ06_01-3-1024x683.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2856\" width=\"1183\" height=\"789\" srcset=\"https:\/\/juk.hmkw.de\/perspektive-journalismus\/wp-content\/uploads\/sites\/13\/2022\/09\/Rampelt_Bennett_DJ06_01-3-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/juk.hmkw.de\/perspektive-journalismus\/wp-content\/uploads\/sites\/13\/2022\/09\/Rampelt_Bennett_DJ06_01-3-300x200.jpg 300w, https:\/\/juk.hmkw.de\/perspektive-journalismus\/wp-content\/uploads\/sites\/13\/2022\/09\/Rampelt_Bennett_DJ06_01-3-768x512.jpg 768w, https:\/\/juk.hmkw.de\/perspektive-journalismus\/wp-content\/uploads\/sites\/13\/2022\/09\/Rampelt_Bennett_DJ06_01-3-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/juk.hmkw.de\/perspektive-journalismus\/wp-content\/uploads\/sites\/13\/2022\/09\/Rampelt_Bennett_DJ06_01-3-2048x1365.jpg 2048w, https:\/\/juk.hmkw.de\/perspektive-journalismus\/wp-content\/uploads\/sites\/13\/2022\/09\/Rampelt_Bennett_DJ06_01-3-360x240.jpg 360w, https:\/\/juk.hmkw.de\/perspektive-journalismus\/wp-content\/uploads\/sites\/13\/2022\/09\/Rampelt_Bennett_DJ06_01-3-600x400.jpg 600w, https:\/\/juk.hmkw.de\/perspektive-journalismus\/wp-content\/uploads\/sites\/13\/2022\/09\/Rampelt_Bennett_DJ06_01-3-800x533.jpg 800w, https:\/\/juk.hmkw.de\/perspektive-journalismus\/wp-content\/uploads\/sites\/13\/2022\/09\/Rampelt_Bennett_DJ06_01-3-200x133.jpg 200w\" sizes=\"(max-width: 1183px) 100vw, 1183px\" \/><figcaption><strong><mark style=\"color:#000000\" class=\"has-inline-color\"><mark style=\"color:#4200c1\" class=\"has-inline-color\">Wer glaubt, wissenschaftliche Themen finden sich nur in Universit\u00e4ten, der irrt. \u00a9<\/mark><\/mark><\/strong><mark style=\"color:#000000\" class=\"has-inline-color\"><mark style=\"color:#4200c1\" class=\"has-inline-color\">Bennett Rampelt<\/mark><\/mark><\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<p>Wissenschaftsjournalismus ist der Journalismus \u00fcber die Wissenschaften. So weit, so klar. Aber sind Wissenschaftsjournalist*innen eher Wissenschaftler*innen oder eher Journalist*innen? Teils, teils muss man hier antworten. Die Wege in den Journalismus sind mannigfaltig, so auch in dieser Sparte. Einer, der es wissen muss, ist Holger Wormer, Professor f\u00fcr Wissenschaftsjournalismus an der TU Dortmund und Inhaber des einzigen Universit\u00e4ts-Lehrstuhls f\u00fcr Wissenschaftsjournalismus in Deutschland. \u201eAls der Studiengang ins Leben gerufen wurde, war die Idee, dass man schon eine zus\u00e4tzliche Qualifikation braucht, um kompetent \u00fcber Wissenschaft berichten zu k\u00f6nnen. Eine, die tiefergehender ist, was die Sach- und Fachkompetenz angeht, als das in anderen Feldern der Fall ist.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Die Inhalte des Studiums setzen sich deshalb zu einem Teil mit Sachkompetenz im Wissenschaftssystem und dem journalistische Handwerk auseinander und zu einem anderen Teil mit Fachkompetenz in einem wissenschaftlichen Zweitfach wie Physik, Medizin oder Datenjournalismus. Gerade Letzterer ist in einer digitalen Welt immer wichtiger geworden. So waren es schlie\u00dflich auch Datenjournalist*innen, die w\u00e4hrend der Corona-Pandemie die schwierige Datenlage aus Inzidenzen, Hospitalisierungsrate und Co. \u00fcberblickten und f\u00fcr die Menschen verst\u00e4ndlich aufbereitet haben.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-container-5 wp-block-columns has-background\" style=\"background-color:#4200c1;border-radius:25px;padding-top:50px;padding-right:50px;padding-bottom:50px;padding-left:50px\">\n<div class=\"wp-container-3 wp-block-column\" style=\"flex-basis:66.67%\">\n<figure class=\"wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<div class=\"ast-oembed-container \" style=\"height: 100%;\"><iframe loading=\"lazy\" title=\"Datenjournalismus und Wissenschaft - Interview mit Christina Elmer\" width=\"500\" height=\"281\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/PnxVLr5i0U8?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture\" allowfullscreen><\/iframe><\/div>\n<\/div><\/figure>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-container-4 wp-block-column\" style=\"flex-basis:33.33%\">\n<h2 class=\"has-ast-global-color-5-color has-text-color\">Datenjournalismus <br>und Wissenschaft<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"has-ast-global-color-5-color has-text-color\" style=\"font-size:17px\">Der Datenjournalismus hat eine enorme Wichtigkeit f\u00fcr unsere Gesellschaft. Gerade bei Themen wie dem Klimawandel und der Corona-Pandemie erm\u00f6glicht eine evidenzbasierte Berichterstattung den Menschen sich eine eigene Meinung zu bilden. Was diese besondere Form des Journalismus ausmacht, erkl\u00e4rt Daten- und Wissenschaftsjournalistin Christina Elmer.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<p>Obwohl Wissenschaft und Wissenschaftsjournalismus also nah beieinanderliegen und dies bis zu einem bestimmten Grad auch notwendig ist, bleiben sie dennoch strikt getrennt. Damit sind Wissenschaftsjournalist*innen tats\u00e4chlich eher Journalist*innen als Wissenschaftler*innen, wenngleich einige von der Wissenschaft in den Journalismus gewechselt sind. Denn der Wissenschaftsjournalismus hat auch in diesem Feld vor allem die Aufgabe der Fremdbeobachtung. So wird sichergestellt, dass die Wissenschaftskommunikation nicht nur den Forschungseinrichtungen \u00fcberlassen bleibt. \u201eWenn Forschungseinrichtungen oder auch einzelne Forschende Wissenschaftskommunikation betreiben, dann sprechen sie ja \u00fcber sich selbst, \u00fcber ihr eigenes Metier. Und wenn der Wissenschaftsjournalismus das tut, sollte er das idealerweise aus einer unabh\u00e4ngigen, kritischen Beobachterperspektive tun\u201c, erkl\u00e4rt Wormer.<\/p>\n\n\n\n<p>So besteht keine Gefahr, dass Wissenschaftskommunikation mehr PR als Aufkl\u00e4rung ist. Zum anderen sind Journalist*innen ohnehin deutlich n\u00e4her an ihren Rezipient*innen als das Wissenschaftler*innen je sein k\u00f6nnten. <strong>Wissenschaftsjournalismus muss sich somit bis zu einem bestimmten Grad sicherlich auch am wissenschaftlichen Qualit\u00e4tsniveau messen lassen<\/strong>. Gleichzeitig muss er dabei die Balance zwischen ausreichend verst\u00e4ndlich und ausreichend komplex finden \u2013 das ist aber alles andere als leicht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\"><strong>Kann Wissenschaft verst\u00e4ndlich sein?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote\"><p>\u201eCe qui est simple est toujours faux. Ce qui ne l\u2019est pas est inutilisable.\u201d<\/p><cite>Paul Val\u00e9ry, Philosoph<\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Das ist Franz\u00f6sisch und bedeutet so viel wie: Alles Einfache ist immer falsch und alles komplizierte unbrauchbar. Gesagt hat das der Philosoph Paul Val\u00e9ry, der damit auf ein interessantes Paradox aufmerksam macht: Wenn Wissenschaftsjournalist*innen in ihrer Berichterstattung einen wissenschaftlichen Sachverhalt zu einfach darstellen, dann ist dieser f\u00fcr die Rezipient*innen zwar verst\u00e4ndlich, die eigentliche Tiefe und Komplexit\u00e4t des Themas geht aber verloren. Der Bericht m\u00fcsste wichtige Zusammenh\u00e4nge au\u00dfen vorlassen, die eigentlich eine gewisse Wichtigkeit f\u00fcr das Gesamtverst\u00e4ndnis des Themas haben.<\/p>\n\n\n\n<p>Damit das nicht passiert und ein Thema selbst in einem kurzen Beitrag in seiner ganzen Tiefe r\u00fcbergebracht werden kann, hat die Medienmarke <em>Quarks <\/em>das &#8222;Champignon-Prinzip&#8220; entwickelt. Der Champignon ist dabei die Essenz der wissenschaftlichen Erkenntnis, die bei den Rezipient*innen ankommen soll. Sein nicht direkt sichtbares Wurzelwerk \u2013 das Mycel \u2013 ist die aufwendige Recherche, aus der die Erkenntnis erw\u00e4chst. Jonathan Focke, Leiter der Digitalredaktion bei <em>Quarks<\/em>, erkl\u00e4rt es so: \u201eIch wei\u00df, dass am Ende dieser Champignon da sein muss. Ich fange deshalb nicht an, wie wild draufloszurecherchieren, sondern \u00fcberlege, wie ich das so anschaulich wie m\u00f6glich machen kann.\u201c<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-container-8 wp-block-columns\">\n<div class=\"wp-container-6 wp-block-column\">\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Das Wurzelwerk wird f\u00fcr die Rezipient*innen dann meist erst im Nachgang der Ver\u00f6ffentlichung sichtbar. Die Community-Manager*innen bei <em>Quarks <\/em>gehen detailliert auf Fragen der Rezipient*innen ein und versuchen, den Rechercheprozess m\u00f6glichst anschaulich zu vermitteln, sollten Dinge nicht klar geworden sein. \u201eNur so funktioniert auch die Komplexit\u00e4tsreduktion f\u00fcr so kurze Inhalte: Durch eine sehr pr\u00e4zise Recherche und die Vorbereitung des Community-Papiers\u201c, erkl\u00e4rt Focke.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\"><strong>Im Auftrag der informierten Gesellschaft<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Quarks arbeitet hierbei auch mit dem <em>Science Media Center<\/em> (<em>SMC<\/em>) in K\u00f6ln zusammen. Das hilft Journalist*innen dabei, wissenschaftliche Themen besser r\u00fcberzubringen und wissenschaftliche G\u00fctekriterien zu beachten. Das <em>Science Media Center<\/em> versteht sich dabei als Mediator zwischen Wissenschaft und Journalismus und tr\u00e4gt dazu bei, dass die Wogen zwischen den beiden Disziplinen gegl\u00e4ttet bleiben. Denn f\u00fcr Wissenschaftler*innen gibt es wohl nichts Schlimmeres, als wenn die eigenen Forschungsergebnisse aus dem Kontext gerissen und dann auch noch einem Massenpublikum pr\u00e4sentiert werden.<\/p>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-container-7 wp-block-column\">\n<figure class=\"wp-block-embed is-type-wp-embed is-provider-einbetten wp-block-embed-einbetten\">\n<blockquote class=\"wp-embedded-content\" data-secret=\"HRT1jmovcB\"><a href=\"https:\/\/juk.hmkw.de\/perspektive-journalismus\/quarks-wissenschaftsjournalismus-neu-gedacht\/\">Quarks &#8211; Wissenschaftsjournalismus neu gedacht<\/a><\/blockquote><iframe class=\"wp-embedded-content\" sandbox=\"allow-scripts\" security=\"restricted\" style=\"position: absolute; clip: rect(1px, 1px, 1px, 1px);\" title=\"&#8222;Quarks &#8211; Wissenschaftsjournalismus neu gedacht&#8220; &#8212; \" src=\"https:\/\/juk.hmkw.de\/perspektive-journalismus\/quarks-wissenschaftsjournalismus-neu-gedacht\/embed\/#?secret=bQiVlz4JiU#?secret=HRT1jmovcB\" data-secret=\"HRT1jmovcB\" width=\"500\" height=\"282\" frameborder=\"0\" marginwidth=\"0\" marginheight=\"0\" scrolling=\"no\"><\/iframe>\n<\/figure>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<p>Deshalb stellt das <em>Science Media Center<\/em> eine Reihe von Angeboten zur Verf\u00fcgung, um Journalist*innen unter die Arme zu greifen. Mit ihren \u201eRapid Reactions\u201c bietet das <em>SMC <\/em>Zitate und Einordnungen von Fachleuten, die f\u00fcr viele Journalist*innen gerade bei brandaktuellen Themen Gold wert sein k\u00f6nnen. Dar\u00fcber hinaus organisiert und moderiert das <em>SMC <\/em>auch \u201ePress Briefings\u201c, in denen Medienschaffende die M\u00f6glichkeit haben, mit sehr gefragten und schwer zu erreichenden Expert*innen auf einem Gebiet zu sprechen. Daneben bietet das <em>SMC <\/em>weitere Dienstleistungen f\u00fcr Themen an, die nicht tagesaktuell sind. So informiert es auch \u00fcber vermeintliche \u201eDurchbr\u00fcche\u201c in den Wissenschaften und hilft Journalist*innen dabei die Erkenntnisse besser einzuordnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Das <em>Science Media Center<\/em> verfolgt hierbei eine klare Mission: \u201eWir wollen verl\u00e4ssliches Wissen f\u00fcr eine aufgekl\u00e4rte Gesellschaft bereitstellen und Journalisten in Zeiten der Krise mit Fakten und Informationen unterst\u00fctzen\u201c, sagt Lutz Dreesbach, Projektmanager beim <em>Science Media Center<\/em>. Mit Krise meint er hier vor allem die Corona-Pandemie, die den Journalismus und das Wissenschaftssystem vor noch nie da gewesene Herausforderungen gestellt hat. Vor allem, da so viele wissenschaftliche Publikationen in kurzen Abst\u00e4nden ver\u00f6ffentlicht wurden. \u201eWir wollen Wissenschaftsjournalisten in die Lage versetzen, in dieser modernen Welt weiterhin den \u00dcberblick zu behalten\u201c, so Dreesbach weiter.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch wenn k\u00fchler, faktenorientierter Wissenschaftsjournalismus ein wichtiger Baustein in der Berichterstattung \u00fcber aufgeheizte Debatten zu Themen wie der Corona-Pandemie oder dem Klimawandel ist, sollten Wissenschaftsjournalist*innen auf diesem Feld nicht alleine k\u00e4mpfen. Das findet Annegret Burkert, eine von sechs Redakteur*innen beim <em>Science Media Center<\/em>. \u201eAlso, ich bin eigentlich Wissenschaftlerin und noch nicht so lange im Wissenschaftsjournalismus angekommen. Aber mein Bauchgef\u00fchl sagt mir, um die Dringlichkeit dieser Themen festzumachen, reichen rein wissenschaftliche Fakten nicht aus. Da brauchen wir auch ein bisschen Emotionalit\u00e4t.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\"><strong>Das Exoten-Ressort<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wissenschaftsjournalismus ist damit nicht blo\u00df das verst\u00e4ndliche Wiedergeben von empirischer Evidenz<\/strong>. Denn nicht immer ist eine neue Studie Anlass f\u00fcr die Berichterstattung. Vielmehr sind es Themen aus der \u00f6ffentlichen Diskussion und dem Alltag der Menschen, die mal unter die wissenschaftliche Lupe genommen werden. Dabei reicht das Themenspektrum des Wissenschaftsjournalismus sehr weit: vom Wissenschaftsreport \u00fcber Eiskernbohrungen in der Arktis und den daraus ableitbaren Erkenntnissen zur Entwicklung des Weltklimas bis hin zu Berichten dar\u00fcber, was man bei der M\u00fclltrennung beachten sollte, also eigentlich schon fast <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/juk.hmkw.de\/perspektive-journalismus\/servicejournalismus-journalismus-zweiter-klasse\/\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/juk.hmkw.de\/perspektive-journalismus\/servicejournalismus-journalismus-zweiter-klasse\/\" target=\"_blank\"><mark style=\"color:#42069d\" class=\"has-inline-color\"><strong>Servicejournalismus<\/strong><\/mark><\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p>Dass wissenschaftliche Aspekte in vielen Themenbereichen relevant sind, bringt aber ein Problem mit sich: In der Ressort-Struktur vieler Medienh\u00e4user hat der Wissenschaftsjournalismus seit jeher Schwierigkeiten, sich zuzuordnen. Wissenschaftsjournalist*innen wurden damit in \u201eExoten-Ressorts\u201c geparkt, die sich mitunter hinter Bezeichnungen wie \u201eWissen und Technik\u201c oder \u201ePhysik und Astrologie\u201c verstecken &#8211; wenn es denn \u00fcberhaupt eigene Wissenschaftsressorts gab. Zu den Wissenschaften geh\u00f6rt aber nicht nur Physik, Chemie und Technik, sondern auch so etwas wie Sozialwissenschaften, die h\u00e4ufig in anderen Ressorts behandelt werden. Diese Aufteilung des Bereichs &#8222;Wissenschaft&#8220; sorgt daf\u00fcr, dass der Wissenschaftsjournalismus nach au\u00dfen zumindest eher unsichtbar bleibt. Nach innen genie\u00dfen Wissenschaftsjournalist*innen hingegen meist ein hohes Ansehen. N\u00e4mlich dann, wenn Kolleg*innen aus anderen Ressorts mal wieder Fragen zu eigenen Recherchen haben, die sich ohne das entsprechende Fachwissen nicht leicht beantworten lassen.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese <strong>beratende Funktion des Wissenschaftsjournalismus<\/strong> ist mit der Corona-Pandemie wieder in den Vordergrund ger\u00fcckt und hat die \u201eExoten\u201c aus ihren Hinterzimmern geholt, die so in s\u00e4mtlichen Ressorts mitgemischt haben. In vielen Redaktionen scheint nun auch die Erkenntnis angekommen zu sein, dass bei Themen mit Wissenschaftsbezug immer auch ein*e Kolleg*in aus dem Wissenschaftsressort im Team sitzen sollte. Da Wissenschaftsjournalist*innen eben doch andere Fragen stellen, als das Politikjournalist*innen machen.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr Lutz Dreesbach hat der Wissenschaftsjournalismus in den letzten Jahren damit seine Einzigartigkeit unter Beweis gestellt: \u201eMit dieser Tiefe und differenzierten Betrachtung aus dem Wissenschaftssystem Themen mitzuverfolgen und zu begleiten, ist nat\u00fcrlich eine Kernaufgabe des Wissenschaftsjournalismus. Und die kann, glaube ich, so auch kein anderes Ressort stemmen\u201c. Mit dieser Herangehensweise boomte der Wissenschaftsjournalismus in den letzten Jahren in Deutschland enorm und hat gezeigt, dass er gerade in Krisenzeiten eine besondere gesellschaftliche Relevanz hat.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-text-color has-alpha-channel-opacity has-background\" style=\"background-color:#4200c1;color:#4200c1\" \/>\n\n\n\n<div class=\"wp-container-11 wp-block-columns has-background\" style=\"background-color:#4200c1;border-radius:25px;padding-top:50px;padding-right:50px;padding-bottom:50px;padding-left:50px\">\n<div class=\"wp-container-9 wp-block-column has-background\" style=\"background-color:#4200c1;flex-basis:50%\">\n<figure class=\"wp-block-embed is-type-rich is-provider-soundcloud wp-block-embed-soundcloud\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<div class=\"ast-oembed-container \" style=\"height: 100%;\"><iframe loading=\"lazy\" title=\"Wissenschaftsjournalismus im Boom by hmkw-Sounds\" width=\"500\" height=\"400\" scrolling=\"no\" frameborder=\"no\" src=\"https:\/\/w.soundcloud.com\/player\/?visual=true&#038;url=https%3A%2F%2Fapi.soundcloud.com%2Ftracks%2F1324560787&#038;show_artwork=true&#038;maxheight=750&#038;maxwidth=500\"><\/iframe><\/div>\n<\/div><\/figure>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-container-10 wp-block-column\" style=\"flex-basis:50%\">\n<h3 class=\"has-ast-global-color-5-color has-text-color\">Wissenschaftsjournalismus im Boom<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"has-ast-global-color-5-color has-text-color\" style=\"font-size:17px\">Schon lange war die Arbeit von Wissenschaftsjournalist*innen in deutschen Redaktionen nicht mehr so sehr gefragt wie heute. Vor allem die Corona-Pandemie und die Klimakrise haben den Journalismus vor neue Herausforderungen gestellt. Schnell wurde klar: Um \u00fcber Themen mit Wissenschaftsbezug zu sprechen, braucht es auch das entsprechende Fachwissen \u00fcber das Wissenschaftssystem und eine Expertise zu den Themen selbst. Nur so k\u00f6nnen Journalist*innen neue wissenschaftliche Publikationen verstehen und f\u00fcr die Rezipient*innen verl\u00e4sslich einordnen. Der Wissenschaftsjournalismus ist also im Boom. Doch kann er diesen beibehalten?<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\ud83d\udd8a\ufe0f\ud83c\udfa5\ud83d\udd0a\ud83d\udcf7 Wissenschaft ist nur etwas f\u00fcr leicht grau melierte Menschen in wei\u00dfen Kitteln, die mit einem seltsamen Vokabular herumdrucksend vor sich hin argumentieren und sich selbstreferenziell dar\u00fcber austauschen, welche neuen Erkenntnisse sie hinter einem undurchsichtigen Wall an Methodik und Theorie zu einem Thema erlangen konnten, wovon Durchschnittsmenschen sowieso noch nie etwas geh\u00f6rt haben. Dabei finden sich wissenschaftliche Aspekte in vielen Bereichen des allt\u00e4glichen Lebens wieder. 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