{"id":296,"date":"2022-06-27T17:30:34","date_gmt":"2022-06-27T15:30:34","guid":{"rendered":"https:\/\/juk.hmkw.de\/future-of-journalism\/?p=296"},"modified":"2023-06-23T12:09:52","modified_gmt":"2023-06-23T10:09:52","slug":"russisches-mediengesetz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/juk.hmkw.de\/perspektive-journalismus\/russisches-mediengesetz\/","title":{"rendered":"Russisches Mediengesetz"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/juk.hmkw.de\/future-of-journalism\/wp-content\/uploads\/sites\/13\/2022\/07\/michael-parulava-Kreml-1-1024x683.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-876\" width=\"459\" height=\"306\" srcset=\"https:\/\/juk.hmkw.de\/perspektive-journalismus\/wp-content\/uploads\/sites\/13\/2022\/07\/michael-parulava-Kreml-1-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/juk.hmkw.de\/perspektive-journalismus\/wp-content\/uploads\/sites\/13\/2022\/07\/michael-parulava-Kreml-1-300x200.jpg 300w, https:\/\/juk.hmkw.de\/perspektive-journalismus\/wp-content\/uploads\/sites\/13\/2022\/07\/michael-parulava-Kreml-1-768x512.jpg 768w, https:\/\/juk.hmkw.de\/perspektive-journalismus\/wp-content\/uploads\/sites\/13\/2022\/07\/michael-parulava-Kreml-1-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/juk.hmkw.de\/perspektive-journalismus\/wp-content\/uploads\/sites\/13\/2022\/07\/michael-parulava-Kreml-1-2048x1365.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 459px) 100vw, 459px\" \/><figcaption><span style=\"color:#4200c1\" class=\"has-inline-color\"><strong>Der Kreml in Moskau, Russland <\/strong>\u00a9Michael Parulava<\/span><\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p style=\"font-size:18px\"><strong>Mediengesetz setzt russische Journalist*innen weiter unter Druck<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-left\"><em>Das seit M\u00e4rz geltende Mediengesetz in Russland erschwert die freie Arbeit f\u00fcr Journalist*innen. Zahlreiche unabh\u00e4ngige Medien haben ihre Arbeit bereits eingestellt. Kritische Angebote, darunter auch die Berichterstattung der <\/em>Deutschen Wellen<em>, haben von den russischen Beh\u00f6rden ein Sendeverbot erhalten. Was bedeutet das neue Mediengesetz f\u00fcr die journalistische Arbeit vor Ort?<\/em><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized is-style-default\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/juk.hmkw.de\/future-of-journalism\/wp-content\/uploads\/sites\/13\/2022\/06\/weiss_Zeichenflaeche-1-2-1024x683.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-585\" width=\"160\" height=\"106\" srcset=\"https:\/\/juk.hmkw.de\/perspektive-journalismus\/wp-content\/uploads\/sites\/13\/2022\/06\/weiss_Zeichenflaeche-1-2-1024x683.png 1024w, https:\/\/juk.hmkw.de\/perspektive-journalismus\/wp-content\/uploads\/sites\/13\/2022\/06\/weiss_Zeichenflaeche-1-2-300x200.png 300w, https:\/\/juk.hmkw.de\/perspektive-journalismus\/wp-content\/uploads\/sites\/13\/2022\/06\/weiss_Zeichenflaeche-1-2-768x512.png 768w, https:\/\/juk.hmkw.de\/perspektive-journalismus\/wp-content\/uploads\/sites\/13\/2022\/06\/weiss_Zeichenflaeche-1-2-1536x1024.png 1536w, https:\/\/juk.hmkw.de\/perspektive-journalismus\/wp-content\/uploads\/sites\/13\/2022\/06\/weiss_Zeichenflaeche-1-2-2048x1366.png 2048w\" sizes=\"(max-width: 160px) 100vw, 160px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\"><strong>Die Fakten<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>In Russland gilt seit dem 4. M\u00e4rz 2022 ein neues Fake-News-Gesetz, das es Medien verbieten soll, angebliche Falschinformation \u00fcber das russische Milit\u00e4r zu verbreiten. Wladimir Putin hatte dieses Gesetz unterschrieben und es damit noch am selben Tag in Kraft gesetzt. Den Medien in Russland ist es damit untersagt, in der Berichterstattung \u00fcber den Krieg gegen die Ukraine Begriffe wie \u201eAngriff\u201c, \u201eInvasion\u201c und \u201eKriegserkl\u00e4rung\u201c zu verwenden. Die russische Regierung bezeichnet den Angriffskrieg stattdessen offiziell als &#8222;milit\u00e4rische Sonderoperation&#8220;.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\"><strong>Welche Strafen k\u00f6nnen drohen?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr die Verbreitung angeblich falscher beziehungsweise kritischer Informationen \u00fcber den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine drohen Geldstrafen und bis zu 15 Jahre Haft. Darunter z\u00e4hlen unter anderem vermeintliche Falschinformationen \u00fcber das russische Milit\u00e4r, das Diskreditieren russischer Streitkr\u00e4fte sowie jegliche Aufrufe zu Sanktionen gegen Russland. Unter Strafe stehen dabei nicht nur russische und ausl\u00e4ndische Medien, sondern auch Privatpersonen, die \u00f6ffentlich die Armee &#8222;verunglimpfen&#8220;.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-container-3 wp-block-columns\">\n<div class=\"wp-container-1 wp-block-column is-vertically-aligned-center\">\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-large\"><img loading=\"lazy\" width=\"914\" height=\"523\" src=\"http:\/\/juk.hmkw.de\/future-of-journalism\/wp-content\/uploads\/sites\/13\/2022\/07\/Marina-Ovsannikova.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-870\" srcset=\"https:\/\/juk.hmkw.de\/perspektive-journalismus\/wp-content\/uploads\/sites\/13\/2022\/07\/Marina-Ovsannikova.png 914w, https:\/\/juk.hmkw.de\/perspektive-journalismus\/wp-content\/uploads\/sites\/13\/2022\/07\/Marina-Ovsannikova-300x172.png 300w, https:\/\/juk.hmkw.de\/perspektive-journalismus\/wp-content\/uploads\/sites\/13\/2022\/07\/Marina-Ovsannikova-768x439.png 768w\" sizes=\"(max-width: 914px) 100vw, 914px\" \/><figcaption><span style=\"color:#4200c1\" class=\"has-inline-color\"><strong>Marina Owsjannikowa protestiert im Staatsfernsehen gegen die Beschr\u00e4nkungen der russischen Regierung.<\/strong> <\/span><br><span style=\"color:#4200c1\" class=\"has-inline-color\">\u00a9Redaktionsnetzwerk Deutschland<\/span><\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p><\/p>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-container-2 wp-block-column\">\n<p>Einer der bisher bekanntesten Proteste gegen den russischen Angriffskrieg ist der TV-Auftritt einer Mitarbeiterin des Senders <em>Perwy kanal<\/em> (Erster Kanal) \u2013 Marina Owsjannikowa. Sie protestiert gegen das Vorgehen Russlands, indem sie in der Hauptnachrichtensendung des russischen Staatsfernsehens ein Schild mit der Aufschrift \u201eStoppt den Krieg. Glaubt der Propaganda nicht. Hier werdet ihr belogen.\u201c in die H\u00f6he h\u00e4lt. Bevor der Sender wenige Sekunden sp\u00e4ter die Live-Sendung unterbricht, ruft sie mehrmals \u201eNein zum Krieg!\u201c. Im Anschluss wird Marina Owsjannikowa festgenommen. F\u00fcr ein zuvor auf Twitter ver\u00f6ffentlichten Videos wird sie zu einer Geldstrafe von 30.000 Rubel (derzeit rund 489 Euro) verurteilt. Im Gerichtssaal sagte sie nach Angabe der Nachrichtenagentur <em>AFP<\/em>: \u201eIch erkenne meine Schuld nicht an. Ich bin \u00fcberzeugt, dass Russland ein Verbrechen begeht.\u201c Russland sei \u201eder Aggressor in der Ukraine\u201c. Ob sich die Russin einem weiteren Verfahren wegen ihres TV-Auftritts stellen muss, ist noch nicht bekannt.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<div style=\"height:2px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\"><strong>Welche Auswirkungen hat das Gesetz auf russische Medien?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>In Russland ist durch das neue Mediengesetz eine kritische Auseinandersetzung mit dem Ukrainekrieg kaum noch m\u00f6glich. Die Regierung versucht die Berichterstattung durch staatliche Quellen zu lenken. Zahlreiche Medien haben ihre Arbeit daraufhin ausgesetzt oder wurden von Seiten der russischen Regierung verboten. Darunter zum Beispiel das unabh\u00e4ngige Nachrichtenportal <em>Znak. <\/em>Es geh\u00f6rt zu den gr\u00f6\u00dften unabh\u00e4ngigen Nachrichtenangeboten au\u00dferhalb von Russland und St. Petersburg und hat seine Arbeit auf Grund der massiven Einschr\u00e4nkungen eingestellt. Der unabh\u00e4ngige Fernsehsender <em>Doschd<\/em> wurde verboten und auch Onlineangebote westlicher Medien wie der <em>Deutschen Welle<\/em>, <em>Voice of America<\/em> oder <em>Radio Free Europe<\/em> sind in Russland nicht mehr abrufbar.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\"><strong>Wie gehen deutsche Medien mit dem russischen Mediengesetz um?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Auf Grund der ver\u00e4nderten Gesetzeslage hatten die beiden Sender <em>ARD<\/em> und <em>ZDF<\/em> sowie der britische Sender <em>BBC<\/em> die Berichterstattung aus Russland zweitweise ausgesetzt. Nach der Versch\u00e4rfung der Mediengesetze musste zun\u00e4chst gekl\u00e4rt werden, ob aus den Moskauer Studios eine Berichterstattung ohne Gefahr f\u00fcr die Mitarbeiter*innen m\u00f6glich ist. <\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-style-large\"><p><span class=\"has-inline-color has-black-color\">\u201eARD und ZDF pr\u00fcfen die Folgen des am Freitag verabschiedeten Gesetzes und setzen die Berichterstattung aus ihren Moskauer Studios erst einmal aus.\u201c<\/span><\/p><cite>WDR<\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<p>So hie\u00df es in der Stellungnahme des WDR. Grund seien vor allem die allgemein gehaltenen Ausf\u00fchrungen im russischen Mediengesetz. \u201eDie Art und Weise, wie sie formuliert sind, die sehr viele unbestimmte Begriffe enth\u00e4lt, muss aber dazu f\u00fchren, dass man hier sehr sensibel und sehr problembewusst mit dieser Situation umgeht\u201c, sagt ein Sprecher des Ausw\u00e4rtigen Amtes.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-text-color has-background is-style-wide\" style=\"background-color:#4200c1;color:#4200c1\" \/>\n\n\n\n<div style=\"height:15px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-container-6 wp-block-columns\">\n<div class=\"wp-container-4 wp-block-column\">\n<h2 style=\"font-size:26px\">Die Arbeit f\u00fcr Korrespondent*innen vor Ort<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\"><strong>Interview mit der ARD-Studioleiterin in Moskau<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Das im M\u00e4rz in Russland in Kraft getretene Mediengesetz, auch Fake-News-Gesetz genannt, erschwert die Arbeit von russischen Journalist*innen vor Ort erheblich. Viele Sender haben ihre Arbeit bereits eingestellt. Darunter zum Beispiel der Kreml-kritische Sender <em>Doschd TV<\/em>. Doch auch die Arbeit f\u00fcr deutsche Medienschaffende wird schwieriger. Zeitweise haben <em>ARD<\/em> und <em>ZDF<\/em> ihre Berichterstattung auf Grund des Mediengesetzes unterbrochen. In einem Interview erz\u00e4hlt die ARD-Studioleiterin in Moskau, Christina Nagel, von der Situation im Land und die entsprechende Berichterstattung.<\/p>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-container-5 wp-block-column\">\n<figure class=\"wp-block-embed aligncenter is-type-rich is-provider-soundcloud wp-block-embed-soundcloud wp-embed-aspect-4-3 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<div class=\"ast-oembed-container \" style=\"height: 100%;\"><iframe loading=\"lazy\" title=\"Russisches Mediengesetz: Die Arbeit f\u00fcr Korrespondent*innen vor Ort by hmkw-Sounds\" width=\"500\" height=\"400\" scrolling=\"no\" frameborder=\"no\" src=\"https:\/\/w.soundcloud.com\/player\/?visual=true&#038;url=https%3A%2F%2Fapi.soundcloud.com%2Ftracks%2F1304631283&#038;show_artwork=true&#038;maxheight=750&#038;maxwidth=500\"><\/iframe><\/div>\n<\/div><figcaption><span style=\"color:#4200c1\" class=\"has-inline-color\"><strong>Christina Nagel, Korrespondentin und Studioleiterin in Moskau<\/strong>              <\/span><br><span style=\"color:#4200c1\" class=\"has-inline-color\">\u00a9WDR\/Annika Fu\u00dfwinkel<\/span><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-text-color has-background is-style-wide\" style=\"background-color:#4200c1;color:#4200c1\" \/>\n\n\n\n<div style=\"height:15px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p>Die russischen Versch\u00e4rfungen f\u00fchren nicht nur bei den Medienunternehmen zu Kritik, sondern auch bei der Bundesregierung und Journalistenverb\u00e4nden. So sprach das Ausw\u00e4rtige Amt in Berlin von einem \u201egravierenden Versto\u00df gegen die Presse- und Meinungsfreiheit\u201c und auch der DJV-Vorsitzende Frank \u00dcberall findet deutliche Worte: \u201eDass die <em>Deutsche Welle<\/em> in Russland nicht mehr frei empfangen werden kann, es gibt Umwege, dass ist letzten Endes der Tod der Pressefreiheit. Denn wir brauchen unabh\u00e4ngige Medien, die uns journalistisch informieren und je mehr Vielfalt wir haben, umso besser.\u201c Die Deutsche Welle, die von einem Sendestopp in Russland betroffen ist, ver\u00f6ffentlicht zudem auf ihrer Webseite Beitr\u00e4ge, wie Sperren der russischen Regierung umgeht werden k\u00f6nnen. Intendant der <em>Deutschen Welle<\/em>, Peter Limbourg, fordert russische Nutzer*innen dazu auf, Umgehungs-Methoden wie eine VPN-Software zu verwenden. <\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-style-large\"><p>\u201eSolange es Internet gibt, k\u00f6nnen sie [auf Informationen zugreifen].&#8220;<\/p><p><\/p><cite>Peter Limbourg<\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<div style=\"height:15px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-text-color has-background is-style-wide\" style=\"background-color:#4200c1;color:#4200c1\" \/>\n\n\n\n<div style=\"height:10px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-container-9 wp-block-columns\">\n<div class=\"wp-container-7 wp-block-column\" style=\"flex-basis:50%\">\n<figure class=\"wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<div class=\"ast-oembed-container \" style=\"height: 100%;\"><iframe loading=\"lazy\" title=\"Sendestopp f\u00fcr die Deutsche Welle\" width=\"500\" height=\"281\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/ssbOGGh9-XU?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" allowfullscreen><\/iframe><\/div>\n<\/div><\/figure>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-container-8 wp-block-column\">\n<h2>Sendestopp f\u00fcr die <em>Deutsche Welle<\/em><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\"><strong>Russische Beh\u00f6rden stufen DW als &#8222;ausl\u00e4ndischen Agenten&#8220; ein<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die <em>Deutsche Welle<\/em> ist der Auslandsrundfunk der Bundesrepublik Deutschland. Seit Februar ist die <em>DW<\/em> allerdings vom einen Sendeverbot betroffen. Die russischen Beh\u00f6rden haben das <em>DW<\/em>-Studio in Moskau geschlossen und den Mitarbeiter*innen die Presseausweise entzogen. <\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-text-color has-background is-style-wide\" style=\"background-color:#4200c1;color:#4200c1\" \/>\n\n\n\n<div style=\"height:10px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\"><strong>K\u00f6nnen sich russische B\u00fcrger*innen noch unabh\u00e4ngig informieren?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr die russischen B\u00fcrger*innen ist es zwar nicht unm\u00f6glich, aber deutlich schwieriger geworden, sich unabh\u00e4ngig zu informieren. Viele regierungskritische Sender oder Zeitungen haben ihre Arbeit unterbrochen. Hinzukommt, dass die russischen Beh\u00f6rden Online-Netzwerke wie Facebook und Twitter gesperrt haben. Vor allem die Online-Netzwerke hatten bis dahin vielen Menschen erm\u00f6glicht, sich abseits der staatlichen Medien \u00fcber den Krieg zu informieren. Die Medienaufsichtsbeh\u00f6rde <em>Roskomnadsor<\/em> gab an, dass der Zugang auf Grund eines Antrags der russischen Generalstaatsanwaltschaft Ende Februar eingeschr\u00e4nkt wurde. Facebook habe nach Angaben von <em>Roskomnadsor <\/em>die russischen Medien angeblich diskriminiert. Der Vizepr\u00e4sident des Konzerns <em>Meta, <\/em>Nick Clegg<em>,<\/em> kritisierte die Sperrung des Netzwerkes: \u201eBald werden Millionen von einfachen Russen von verl\u00e4sslichen Informationen abgeschnitten sein und zum Schweigen gebracht werden.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\"><strong>Wie geht es weiter?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Seit Inkrafttreten des russischen Mediengesetzes ist von der Pressefreiheit im Land nicht mehr viel \u00fcbrig. Dabei zielt das Gesetz nicht nur auf Medien ab, sondern auch auf Privatpersonen, die sich vor Gericht verantworten m\u00fcssen. Neben dem neuen Fake-News-Gesetz hat Russland in den vergangenen Jahren eine Vielzahl von Gesetzen verabschiedet, die die Pressefreiheit im Land eingeschr\u00e4nkt haben. Darunter das 2017 verabschiedete Gesetz gegen ausl\u00e4ndische Medien. Dieses zwingt ausl\u00e4ndische Medien zur Registrierung und erm\u00f6glicht es, die aus dem Ausland finanzierten Medien als \u201eausl\u00e4ndische Agenten\u201c einzustufen.<\/p>\n\n\n\n<p>Aktuell bringt die russische <em>Duma<\/em>, neben dem F\u00f6derationsrat das h\u00f6chste gesetzgebende Organ Russlands, noch ein weiteres Mediengesetz auf den Weg. Im Mai verabschiedete das Unterhaus in erster Lesung einen entsprechenden Gesetzentwurf. Dieser besagt, dass ausl\u00e4ndische Medien durch die Staatsanwaltschaft geschlossen werden k\u00f6nnen, wenn sie sich \u201eunfreundlich\u201c gegen\u00fcber russischen Medien verhalten. Zudem soll es m\u00f6glich sein, das Verbreiten von Artikeln zu verbieten und Auslandskorrespondent*innen die Akkreditierung zu entziehen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\ud83d\udd8a\ufe0f\ud83c\udfa5\ud83d\udd0a\ud83d\udcf7 Das seit M\u00e4rz geltende Mediengesetz in Russland erschwert die unabh\u00e4ngige Arbeit f\u00fcr Journalist:innen. Zahlreiche unabh\u00e4ngige Medien haben ihre Arbeit bereits eingestellt. Kritische Angebote, darunter auch die Berichterstattung der Deutschen Welle, haben von den russischen Beh\u00f6rden ein Sendeverbot erhalten. 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