{"id":2813,"date":"2022-08-31T01:33:15","date_gmt":"2022-08-30T23:33:15","guid":{"rendered":"https:\/\/juk.hmkw.de\/perspektive-journalismus\/?p=2813"},"modified":"2023-06-23T12:15:06","modified_gmt":"2023-06-23T10:15:06","slug":"der-journalismus-am-limit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/juk.hmkw.de\/perspektive-journalismus\/der-journalismus-am-limit\/","title":{"rendered":"Der Journalismus am Limit"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-medium-font-size\"><strong>Die Belastungsgrenze ist erreicht<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-left\"><em>Coronapandemie, Inflation und Krieg in der Ukraine \u2013 der Journalismus arbeitet sich in den letzten Jahren von einem Desaster zum N\u00e4chsten. In einer globalisierten und digitalen Nachrichtenwelt steigt der Druck auf Journalist*innen immer weiter an. Sie sollen schneller, genauer und besser sein, w\u00e4hrend ihre Arbeitgeber gleichzeitig mit schwindenden Ums\u00e4tzen k\u00e4mpfen. Wie sollen Journalist*Innen unter diesen Umst\u00e4nden eine qualitative Berichterstattung leisten und k\u00f6nnen sie das \u00fcberhaupt?<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\"><strong>Neue Anforderungen an einen neuen Journalismus<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>In einer aktuellen Studie der <em>Otto Brenner Stiftung<\/em> zur Transformation der Medien nannten die befragten Journalist*innen bez\u00fcglich ihrer Arbeitssituation am h\u00e4ufigsten die Arbeitsverdichtung und die Ver\u00e4nderung der professionellen Anforderungen als Probleme. Die Aufgaben, die sich fr\u00fcher auf mehrere Schultern verteilten, \u00fcbernehmen einzelne Medienschaffenden mittlerweile alleine. Hinzu kommen steigender Stress und Zeitdruck. Redakteur*innen sind heute Rechercheur*innen, Communitymanager*innen, Reporter*innen und Content-Lieferant*innen in Personalunion. Es ist daher nicht verwunderlich, dass die Mehrheit der Befragten unter diesen Bedingungen einen Qualit\u00e4tsverlust im Journalismus wahrnimmt. Wie gehen Journalisten*innen damit um?<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-text-color has-css-opacity has-background is-style-wide\" style=\"background-color:#4200c1;color:#4200c1\" \/>\n\n\n\n<div style=\"height:10px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-container-3 wp-block-columns\">\n<div class=\"wp-container-1 wp-block-column\" style=\"flex-basis:50%\">\n<figure class=\"wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<div class=\"ast-oembed-container \" style=\"height: 100%;\"><iframe loading=\"lazy\" title=\"Radionacht im Deutschlandfunk - Nachts allein auf Sendung\" width=\"500\" height=\"281\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/UMM42xzF26Y?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture\" allowfullscreen><\/iframe><\/div>\n<\/div><\/figure>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-container-2 wp-block-column\">\n<h2>Die Radionacht im Deutschlandfunk<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\"><strong>Nachts allein auf Sendung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Nachrichten schlafen nicht. Um jederzeit aktuelle Informationen liefern zu k\u00f6nnen, braucht es Redakteure wie S\u00f6ren Brinkmann, die arbeiten, wenn anderswo bereits alle Lichter aus sind. Die Nachtschicht im <em>Deutschlandfunk<\/em> zeigt die journalistische Routine in den Redaktionen, aber auch, wie schnell Krisen diese Routinen einer Belastungsprobe unterziehen.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-text-color has-css-opacity has-background is-style-wide\" style=\"background-color:#4200c1;color:#4200c1\" \/>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\"><strong>Burnout und Ausstieg<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>In der OBS-Studie geben zwei Drittel der Journalist*innen an mehrmals im Jahr dar\u00fcber nachzudenken aus ihrem Beruf auszusteigen, die J\u00fcngeren denken noch h\u00e4ufiger daran aufzuh\u00f6ren als die \u00c4lteren. Viele von ihnen klagen \u00fcber beruflichen Stress und psychische Belastungen. Ein Burnout stellt im Journalismus mittlerweile ein erhebliches Berufsrisiko dar. Problematisch ist, dass die F\u00fchrungsetagen der Redaktionen das Arbeitspensum und die schlechte Bezahlung im Journalismus romantisieren. \u201eMan muss f\u00fcr den Journalismus eine Leidenschaft haben!\u201c, sagt die Chefredakteurin der <em>Deutschen Welle<\/em> Manuela Kasper-Claridge auf einem Panel des <em>Global Media Forums<\/em> 2022 in Bonn. Sie selbst habe w\u00e4hrend ihrer Anf\u00e4nge im Journalismus nachts noch zus\u00e4tzlich als Taxifahrerin gearbeitet, um Geld zu verdienen. Der Verzicht geh\u00f6re zum Journalismus dazu.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-text-color has-css-opacity has-background is-style-wide\" style=\"background-color:#4200c1;color:#4200c1\" \/>\n\n\n\n<div class=\"wp-container-6 wp-block-columns\">\n<div class=\"wp-container-4 wp-block-column\">\n<h2 style=\"font-size:26px\">&#8222;Auf einmal sind wir Kriegsreporter.&#8220;<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\"><strong>Berichterstattung in der Ukraine<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wie wichtig unabh\u00e4ngiger Journalismus ist, sieht man am russischen Angriffskrieg in der Ukraine. Angelina Kariakina ist die Chefin des ukrainischen \u00f6ffentlich-rechtlichen Senders <em>Suspilne<\/em>. Seit Beginn des Krieges sind sie und ihre Redaktion mit v\u00f6llig neuen Anforderungen an ihre Arbeit konfrontiert. Wie Angelina Kariakina den Beginn des Krieges erlebt hat und wie ihre Redaktion unter widrigen Umst\u00e4nden eine qualitative Berichterstattung gew\u00e4hrleistet, k\u00f6nnt ihr hier anh\u00f6ren.<\/p>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-container-5 wp-block-column\">\n<figure class=\"wp-block-embed is-type-rich is-provider-soundcloud wp-block-embed-soundcloud\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<div class=\"ast-oembed-container \" style=\"height: 100%;\"><iframe loading=\"lazy\" title=\"\u201eAuf einmal sind wir Kriegsreporter\u201c, Sommersemester 2022 by HMKW\" width=\"500\" height=\"400\" scrolling=\"no\" frameborder=\"no\" src=\"https:\/\/w.soundcloud.com\/player\/?visual=true&#038;url=https%3A%2F%2Fapi.soundcloud.com%2Ftracks%2F1326541066&#038;show_artwork=true&#038;maxheight=750&#038;maxwidth=500\"><\/iframe><\/div>\n<\/div><figcaption><mark style=\"color:#4200c1\" class=\"has-inline-color\"><strong>Angelina Kariakina, Chefredakteurin Suspilne<\/strong><\/mark><br><mark style=\"color:#4200c1\" class=\"has-inline-color\">\u00a9 OSCE Parliamentary Assembly<\/mark><\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-text-color has-css-opacity has-background is-style-wide\" style=\"background-color:#4200c1;color:#4200c1\" \/>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\"><strong>Wie kann es besser werden?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDu musst deinen Stress irgendwie kommunizieren. Entweder mit deinem Team oder einem Spezialisten. Nimm dir die Zeit zu reflektieren oder auch mal gar nichts zu tun.\u201c, so Angelina Kariakina \u00fcber den Umgang mit psychischen Belastungen, die die journalistische Arbeit in Krisenzeiten verursacht. Die L\u00f6sung f\u00fcr die Probleme, die die digitale Transformation des Journalismus mit sich bringt, wird nicht vom Himmel fallen. Die Anforderungen werden nicht schrumpfen und es wird auch nicht auf magische Weise mehr Geld zu Verf\u00fcgung stehen. Auf individueller Ebene k\u00f6nnen Journalist*innen an ihrer Resilienz arbeiten und Selbstschutzkonzepte entwickeln, die ihnen helfen die steigenden Belastungen zu bew\u00e4ltigen. Aber auch auf kollektiver Ebene sollten Journalist*innen f\u00fcreinander einstehen. Sei es durch die Solidarit\u00e4t innerhalb der Redaktionen oder indem sie sich in Gewerkschaften wie dem Deutschen Journalisten-Verband organisieren und engagieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Zugang zu qualitativ hochwertiger Berichterstattung war nie so einfach wie heute. Es w\u00e4re traurig, wenn diejenigen, die diese Berichterstattung gew\u00e4hrleisten, dabei auf der Strecke blieben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\ud83d\udd8a\ufe0f\ud83c\udfa5\ud83d\udd0a Coronapandemie, Inflation und Krieg in der Ukraine \u2013 der Journalismus arbeitet sich in den letzten Jahren von einem Desaster zum N\u00e4chsten. 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