{"id":1059,"date":"2022-07-11T16:12:33","date_gmt":"2022-07-11T14:12:33","guid":{"rendered":"https:\/\/juk.hmkw.de\/future-of-journalism\/?p=1059"},"modified":"2023-06-23T12:12:37","modified_gmt":"2023-06-23T10:12:37","slug":"mobile-journalism-das-studio-in-der-hand","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/juk.hmkw.de\/perspektive-journalismus\/mobile-journalism-das-studio-in-der-hand\/","title":{"rendered":"Das Studio in der Hand"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-container-5 wp-block-columns\">\n<div class=\"wp-container-4 wp-block-column\">\n<div class=\"wp-container-3 wp-block-columns\">\n<div class=\"wp-container-1 wp-block-column\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-container-2 wp-block-column\"><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-container-9 wp-block-columns\">\n<div class=\"wp-container-6 wp-block-column\" style=\"flex-basis:12%\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-container-7 wp-block-column\" style=\"flex-basis:50%\">\n<h2 class=\"has-large-font-size\"><strong>Sind mobile Journalist*innen die Reporter*innen der Zukunft?<\/strong><\/h2>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-container-8 wp-block-column\" style=\"flex-basis:13%\"><\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-container-21 wp-block-columns\">\n<div class=\"wp-container-10 wp-block-column\" style=\"flex-basis:15%\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-container-19 wp-block-column\" style=\"flex-basis:90%\">\n<p><em>Wer \u00fcber den Journalismus der Zukunft reden will, muss auch \u00fcber seine Arbeitsweisen reden. Mobile journalism, auch mobile reporting oder Handyjournalismus genannt, ist eine der neueren Arten der Berichterstattung. Dabei gehen Journalist*innen, von einer Redaktion geschickt oder auf eine Faust, nur mit einem Smartphone bewaffnet ins Feld und filmen, schneiden, tippen, setzen von unterwegs ab. Sie sind agil, spontan und oft in Live-Geschwindigkeit bei der Sache. Dazu unauff\u00e4lliger und nahbarer als ein mehrk\u00f6pfiges Team mit sperriger Ausr\u00fcstung.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Aber wird tats\u00e4chlich nur an Wegen und Kosten gespart oder am Ende doch auch an der Qualit\u00e4t? Dass die beste Kamera die ist, die man zur Verf\u00fcgung hat und warum Journalist*innen das \u201eund-bitte\u201c sagen verlernen sollten, hat<\/p>\n\n\n\n<p>Hartmut Altenpohl von der <em>ARD.ZDFmedienakademie<\/em> im Interview verraten. Er ist seit 2004 Dozent und Trainer und bringt Nachwuchsjournalist:innen bei, wie man Videos mit DSLR-Kamera, Smartphone und Camcorder selber produziert.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Herr Altenpohl, Sie sind Ausbilder im Bereich Videojournalismus und mobile journalism. Was genau \u00e4ndert sich Ihrer Erfahrung nach auf dem Weg vom Kamerateam zum Handy?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Mobile Journalist:innen k\u00f6nnen ihre Beitr\u00e4ge oder Schalten direkt vom Handy absetzen. Das ist der entscheidende Vorteil. Sie sind damit pl\u00f6tzlich Sender. Vorher waren sie Kameraleute, jetzt sind sie auch \u00dc-Wagen, wenn man so will.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Das hat vor allem f\u00fcr regionale Berichterstattung gro\u00dfe Bedeutung. Wenn man zum Beispiel an gro\u00dffl\u00e4chige Bundesl\u00e4nder wie Bayern denkt, wo Fahrtzeiten vom und zum Sender locker drei Stunden betragen k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/juk.hmkw.de\/perspektive-journalismus\/wp-content\/uploads\/sites\/13\/2022\/08\/IMG_4724-1024x683.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2539\" width=\"829\" height=\"553\" srcset=\"https:\/\/juk.hmkw.de\/perspektive-journalismus\/wp-content\/uploads\/sites\/13\/2022\/08\/IMG_4724-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/juk.hmkw.de\/perspektive-journalismus\/wp-content\/uploads\/sites\/13\/2022\/08\/IMG_4724-300x200.jpg 300w, https:\/\/juk.hmkw.de\/perspektive-journalismus\/wp-content\/uploads\/sites\/13\/2022\/08\/IMG_4724-768x512.jpg 768w, https:\/\/juk.hmkw.de\/perspektive-journalismus\/wp-content\/uploads\/sites\/13\/2022\/08\/IMG_4724-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/juk.hmkw.de\/perspektive-journalismus\/wp-content\/uploads\/sites\/13\/2022\/08\/IMG_4724-2048x1365.jpg 2048w, https:\/\/juk.hmkw.de\/perspektive-journalismus\/wp-content\/uploads\/sites\/13\/2022\/08\/IMG_4724-360x240.jpg 360w, https:\/\/juk.hmkw.de\/perspektive-journalismus\/wp-content\/uploads\/sites\/13\/2022\/08\/IMG_4724-600x400.jpg 600w, https:\/\/juk.hmkw.de\/perspektive-journalismus\/wp-content\/uploads\/sites\/13\/2022\/08\/IMG_4724-800x533.jpg 800w, https:\/\/juk.hmkw.de\/perspektive-journalismus\/wp-content\/uploads\/sites\/13\/2022\/08\/IMG_4724-200x133.jpg 200w\" sizes=\"(max-width: 829px) 100vw, 829px\" \/><figcaption><mark style=\"color:#4200c1\" class=\"has-inline-color\"><strong><em>Mobile journalism<\/em> kann \u00fcberall stattfinden<\/strong> \u00a9Lea Kropff<\/mark><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Sind Handys denn auf Anhieb sendef\u00e4hig, oder da braucht es doch mehr Equipment?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Sagen wir es so, die mobilen Reporter:innen sind extrem leidensf\u00e4hig und bauen sich tausend work-arounds. Es gibt so eine Art Ausweichkultur, da sagen die Leute \u201eAch, das kann ich doch mit dem Handy machen\u201c. Aber dann wird so <em>aufgerigt<\/em> &#8211; das ist eine bestehende Redensart &#8211; bis das Ger\u00e4t so gro\u00df ist wie eine komplette Kamera. Inklusive Linsenvorrichtungen und Stabilisierungssystemen. Das ist unfassbar, was da experimentiert wird.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-pullquote\"><blockquote><p><em>\u201eProtagonist*innen lieben das Handy\u201c<\/em><\/p><\/blockquote><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Was genau bedeutet <em>aufriggen<\/em>?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ein Smartphone-Rig ist eine Art Stahlkonstrukt zum Stabilisieren, wo dann noch ein Licht draufgepflanzt werden kann, wom\u00f6glich noch ein weiteres Mikro. Und zum Schluss habe ich dann ein Handy, das knapp ein Kilo wiegt. Ganz ehrlich da gibt es Kameras, die wiegen 600 Gramm und haben das alles an Board.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Was hat das Handy &#8211; au\u00dfer der Live-Absetzbarkeit &#8211; dann noch f\u00fcr Vorteile?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wenn man in einem Raum dreht, in dem die Tonbedingung in Ordnung ist, dann geht es ja auch ohne das ganze Brimborium. Und das Handy als Capturing Device (Aufnahmeger\u00e4t) ist einfach, es ist direkt. Protagonist:innen lieben es, weil es klein ist und wenig Aufwand bedeutet.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-pullquote\"><blockquote><p><em>\u201eDie beste Kamera ist die, die ich zur Verf\u00fcgung habe.\u201c<\/em><\/p><\/blockquote><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Das scheint ein gro\u00dfes Spannungsfeld zu sein &#8211; ist das mobile reporting nun eine gr\u00f6\u00dfere Herausforderung oder gr\u00f6\u00dferer Gewinn?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ich habe den Eindruck, am Anfang wird immer ein Dogma gebildet. Redaktionen neigen dazu, zu sagen \u201eWir brauchen jetzt Handy-Journalismus\u201c, nur weil es geht. Aber dann erkennt man: es ist eben nur eine Methode. Als Journalist sage ich, Inhalte stehen eh ganz vorne. Das Handy macht mir keine Story, sondern ich mache die Story. Und dazu brauche ich eine Kamera, die am Handy ist eben oft erreichbarer. Wenn ich zum Beispiel im Hotelzimmer bin und dann passiert etwas drau\u00dfen auf der Stra\u00dfe, dann ist oft gar keine Zeit f\u00fcr viel Vorbereitung. Da gilt dann das Motto <em>\u201edie beste Kamera ist die, die ich zur Verf\u00fcgung habe\u201c.&nbsp;<\/em><\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-media-text alignwide is-stacked-on-mobile is-vertically-aligned-center\" style=\"grid-template-columns:39% auto\"><figure class=\"wp-block-media-text__media\"><img loading=\"lazy\" width=\"683\" height=\"1024\" src=\"http:\/\/juk.hmkw.de\/perspektive-journalismus\/wp-content\/uploads\/sites\/13\/2022\/08\/IMG_4726-1-683x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2538 size-full\" srcset=\"https:\/\/juk.hmkw.de\/perspektive-journalismus\/wp-content\/uploads\/sites\/13\/2022\/08\/IMG_4726-1-683x1024.jpg 683w, https:\/\/juk.hmkw.de\/perspektive-journalismus\/wp-content\/uploads\/sites\/13\/2022\/08\/IMG_4726-1-200x300.jpg 200w, https:\/\/juk.hmkw.de\/perspektive-journalismus\/wp-content\/uploads\/sites\/13\/2022\/08\/IMG_4726-1-768x1152.jpg 768w, https:\/\/juk.hmkw.de\/perspektive-journalismus\/wp-content\/uploads\/sites\/13\/2022\/08\/IMG_4726-1-1024x1536.jpg 1024w, https:\/\/juk.hmkw.de\/perspektive-journalismus\/wp-content\/uploads\/sites\/13\/2022\/08\/IMG_4726-1-1365x2048.jpg 1365w, https:\/\/juk.hmkw.de\/perspektive-journalismus\/wp-content\/uploads\/sites\/13\/2022\/08\/IMG_4726-1-scaled.jpg 1707w\" sizes=\"(max-width: 683px) 100vw, 683px\" \/><\/figure><div class=\"wp-block-media-text__content\">\n<div class=\"wp-container-15 wp-block-columns\">\n<div class=\"wp-container-14 wp-block-column\">\n<div class=\"wp-container-13 wp-block-columns\">\n<div class=\"wp-container-11 wp-block-column\" style=\"flex-basis:1px\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-container-12 wp-block-column\">\n<p><strong>Also geht es bei mobile journalism vor allem um Unmittelbarkeit und   Verf\u00fcgbarkeit.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-left\">Ja, genau. Und nochmal, der schlagende Vorteil ist wirklich die direkte Sendef\u00e4higkeit. Das ist einfach das, was keine Kamera kann. Und im n\u00e4chsten Schritt gibt es dann auch noch eine gestalterische und inhaltliche Komponente, zum Beispiel eignet sich das Handyformat besser f\u00fcr die sozialen Medien.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<p><strong>Wenn man aber nicht f\u00fcr Social Media sondern f\u00fcrs Fernsehen dreht, reicht daf\u00fcr die Qualit\u00e4t der Handys aus?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Bildqualit\u00e4t von modernen Handys reicht f\u00fcr TV aus. Was sie allerdings nicht haben, sind Brennweiten. Handys haben einfach eine sehr kleine Optik, die nicht flexibel ist. Will ich also bestimmte Looks herstellen, oder Dinge auf eine gr\u00f6\u00dfere Entfernung filmen, dann bin ich mit dem Handy ganz klar im Nachteil.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Genauso beim Ton. Wenn wir \u00fcber Qualit\u00e4t sprechen wird meiner Meinung nach oft das Bild \u00fcberbewertet. Die Leute schalten ab, wenn der Ton unverst\u00e4ndlich ist oder wenn es total kracht im Kanal. Das wirkt direkt total unprofessionell &#8211; w\u00e4hrend ein etwas wackelndes Bild oder \u00dcberbelichtung gar nicht gro\u00df das Thema sind, sowas wirkt im besten Fall sogar authentisch.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Gibt es etwas, dass konventionell ausgebildete Journalist:innen aktiv <em>verlernen<\/em> m\u00fcssen beim mobilen Journalismus?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Mit dem mobile journalism ist die Tugend des Situativen, Authentischen entstanden. Das liegt auch daran dass es bis etwa 2005 noch eine Kultur des Inszenierten gab. Es war v\u00f6llig normal, dass das Fernsehen irgendwo hingegangen ist, und erstmal ein gro\u00dfes Set aufgebaut hat. Und wenn es dann ans Drehen ging wurde gesagt: \u201eJetzt tun sie mal so als sei die Kamera gar nicht da &#8211; und bitte!\u201c. Mit dem Videojournalismus hat man wiederentdeckt, spontaner zum Filmobjekt hinzugehen, mit laufender Kamera anzuklingeln und los gehts. Das hat ganz neue Formate zustande gebracht.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/juk.hmkw.de\/perspektive-journalismus\/wp-content\/uploads\/sites\/13\/2022\/07\/IMG_7233-e1661668963807-946x1024.jpg\" alt=\"Redaktion\" class=\"wp-image-1253\" width=\"517\" height=\"559\" srcset=\"https:\/\/juk.hmkw.de\/perspektive-journalismus\/wp-content\/uploads\/sites\/13\/2022\/07\/IMG_7233-e1661668963807-946x1024.jpg 946w, https:\/\/juk.hmkw.de\/perspektive-journalismus\/wp-content\/uploads\/sites\/13\/2022\/07\/IMG_7233-e1661668963807-277x300.jpg 277w, https:\/\/juk.hmkw.de\/perspektive-journalismus\/wp-content\/uploads\/sites\/13\/2022\/07\/IMG_7233-e1661668963807-768x831.jpg 768w, https:\/\/juk.hmkw.de\/perspektive-journalismus\/wp-content\/uploads\/sites\/13\/2022\/07\/IMG_7233-e1661668963807-1420x1536.jpg 1420w, https:\/\/juk.hmkw.de\/perspektive-journalismus\/wp-content\/uploads\/sites\/13\/2022\/07\/IMG_7233-e1661668963807-200x216.jpg 200w, https:\/\/juk.hmkw.de\/perspektive-journalismus\/wp-content\/uploads\/sites\/13\/2022\/07\/IMG_7233-e1661668963807.jpg 1536w\" sizes=\"(max-width: 517px) 100vw, 517px\" \/><figcaption><mark style=\"color:#4200c1\" class=\"has-inline-color\"><strong>Zettelwirtschaft in der Redaktion &#8211; schon l\u00e4ngst Geschichte? <\/strong>\u00a9Lea Kropff<\/mark><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Welche Formate denn zum Beispiel?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Der NDR hat jahrelang erfolgreich <em>Sieben Tage &#8211; Sieben K\u00f6pfe<\/em> gemacht. Das war ein offenes Experiment, wobei sich ein Journalist sieben Tage lang in eine herausfordernde Situation gebracht hat und das wurde einfach mitgedreht.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Das lebte davon, dass alles wirklich passiert ist. Kein \u201eund bitte!\u201c.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Also nochmal zu ihrer Frage, was Journalist*innen verlernen sollten: das \u201eund-bitte\u201c-sagen. Die Erfahrung lehrt auch, dass die Zuschauer:innen das sehr zu sch\u00e4tzen wissen. Glaubw\u00fcrdigkeit ist ein hohes Gut. Und dann lieber nicht perfekt, etwas verwackelt, technisch nicht astrein &#8211; aber daf\u00fcr authentisch.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Oft wird ja auch gesagt, Handyjournalismus sei kostensparend. Ist das denn in der Realit\u00e4t \u00fcberhaupt der Fall, wenn die Journalistinnen so viel Equipment dazu kaufen m\u00fcssen?&nbsp;<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ich kenne keine einzige Untersuchung in der geguckt wurde, was mit Handys gegen\u00fcber einer herk\u00f6mmlichen Produktion eingespart werden kann. Die Sender wollten das mobile reporting eher aus anderen Gr\u00fcnden, weil es so unmittelbar, so direkt ist. Nat\u00fcrlich hat man auch Kosten\u00fcberlegungen angestellt und den<em> Rebound Effekt<\/em>, der dann sehr schnell kam, in Kauf genommen. Das hei\u00dft: es wird zwar g\u00fcnstiger produziert, aber daf\u00fcr auch mehr. Die Schlagzahlen haben sich da immens erh\u00f6ht.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Das h\u00f6rt sich sehr nach \u201eQuantit\u00e4t statt Qualit\u00e4t\u201c an. Sehen Sie das so?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ja, da ist schon was dran. Wo fr\u00fcher ein Radiobericht gereicht hat, dreht man jetzt auch noch ein Video. Jetzt muss man aber auch sagen: Im Nachrichtenjournalismus <em>ist <\/em>ja Aktualit\u00e4t und Schnelligkeit ein Qualit\u00e4tsmerkmal. Wenn ich im l\u00e4ndlichen Bereich Sirenen h\u00f6re und einen Autobahnr\u00fcckstau sehe, und dann auf meine Nachrichtenplattform gucken kann, wo die Meldung schon mit Bildern zu sehen ist, dann ist das ja eine Form von Qualit\u00e4t.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-pullquote\"><blockquote><p><em>\u201eJournalismus ist nie gem\u00fctlich.\u201c&nbsp;<\/em><\/p><\/blockquote><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Noch einmal zum Stichwort Multitasking: Aus der Sicht der Journalist:innen, die neben Autor:innen dann auch Kamera- und Tonm\u00e4nner und -frauen werden &#8211; kann das funktionieren?&nbsp;<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Das geht nur mit Leidenschaft. Alle mir bekannten Kolleg:innen, die das machen und durchhalten, die haben vor allem auch wahnsinnig viel Spa\u00df daran. Und die sind auch sozusagen s\u00fcchtig nach der Herausforderung, bei denen ist eine Art Jagdinstinkt geweckt. (lacht) Es ist oft die komplette \u00dcberforderung, man guckt auf das Bild, achtet auf den Ton, dann klingelt ja so ein Handy auch ab und zu mal, gleichzeitig m\u00fcssen sie mit den Protagonisten umgehen\u2026 Ich habe schon \u00f6fter geh\u00f6rt, dass Kollegen bei Selbstdrehs nicht mehr dazu gekommen sind, auf die Toilette zu gehen. Also gesundheits- oder auch arbeitsschutztechnisch ist das ein heikles Thema. Alle, die es l\u00e4nger machen, brauchen auch \u00f6fter mal eine Pause.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber andererseits: Journalismus ist nie gem\u00fctlich. Und ich h\u00f6re ich auch oft Kollegen die sagen: \u201eEy, ich hab das mit dem Handy gemacht, das war so geil weil die mir <em>alles<\/em> erz\u00e4hlt haben. Und dann hab\u00b4 ich mich einfach mit ins Auto gesetzt &#8211; die haben meine Kamera gar nicht mehr wahrgenommen.\u201c Es ist eine Demokratisierung des Mediums &#8211; du kannst mit deinem Handy volle Pulle Filme machen. Davon, dass wir das Equipment selbst in die Hand bekommen, haben wir bis vor zehn Jahren noch getr\u00e4umt.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-container-18 wp-block-columns alignfull\">\n<div class=\"wp-container-17 wp-block-column\" style=\"flex-basis:100%\">\n<div class=\"inherit-container-width wp-container-16 wp-block-group\"><div class=\"wp-block-group__inner-container\">\n<div class=\"wp-block-media-text alignwide has-media-on-the-right is-stacked-on-mobile\" style=\"grid-template-columns:auto 36%\"><figure class=\"wp-block-media-text__media\"><img loading=\"lazy\" width=\"821\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/juk.hmkw.de\/perspektive-journalismus\/wp-content\/uploads\/sites\/13\/2022\/07\/Hartmut-Altenpohl-I-821x1024.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-2067 size-full\" srcset=\"https:\/\/juk.hmkw.de\/perspektive-journalismus\/wp-content\/uploads\/sites\/13\/2022\/07\/Hartmut-Altenpohl-I-821x1024.png 821w, https:\/\/juk.hmkw.de\/perspektive-journalismus\/wp-content\/uploads\/sites\/13\/2022\/07\/Hartmut-Altenpohl-I-240x300.png 240w, https:\/\/juk.hmkw.de\/perspektive-journalismus\/wp-content\/uploads\/sites\/13\/2022\/07\/Hartmut-Altenpohl-I-768x958.png 768w, https:\/\/juk.hmkw.de\/perspektive-journalismus\/wp-content\/uploads\/sites\/13\/2022\/07\/Hartmut-Altenpohl-I-1231x1536.png 1231w, https:\/\/juk.hmkw.de\/perspektive-journalismus\/wp-content\/uploads\/sites\/13\/2022\/07\/Hartmut-Altenpohl-I-200x250.png 200w, https:\/\/juk.hmkw.de\/perspektive-journalismus\/wp-content\/uploads\/sites\/13\/2022\/07\/Hartmut-Altenpohl-I.png 1555w\" sizes=\"(max-width: 821px) 100vw, 821px\" \/><\/figure><div class=\"wp-block-media-text__content\">\n<p class=\"has-text-align-left\"><strong>   <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-left\"><strong>Ihr abschlie\u00dfendes Fazit: Ist mobiler Handyjournalismus die Zukunft oder bleibt die Kamera?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Kamera bleibt. Der mobile journalism ist eine Innovation, aber er verdr\u00e4ngt nicht alles andere. Ich sehe das sehr handwerklich. Ob jemand mit Handy und Rig oder mit Team rausgeht, wird letztendlich immer an Budgets, aber auch an das Thema angepasst sein m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich pers\u00f6nlich mache auch Werbung daf\u00fcr, das Ganze nicht dogmatisch zu sehen. Mal passt das Handy als Methode besser, mal das Team. Generell gilt: Inhalt ist King. Und mit welchem Instrument ich den einfange, das ist zweitrangig. &nbsp;<\/p>\n<\/div><\/div>\n<\/div><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\" \/>\n\n\n\n<p>Hartmut Altenpohl, VJ, ARD ZDF Medienakademie<\/p>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-container-20 wp-block-column\" style=\"flex-basis:15%\"><\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\ud83d\udd8a\ufe0f\ud83d\udcf7Wer \u00fcber den Journalismus der Zukunft reden will, muss auch \u00fcber seine Arbeitsweisen reden. Mobile journalism, auch mobile reporting oder Handyjournalismus genannt, ist eine der neueren Arten der Berichterstattung. 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