{"id":374,"date":"2022-06-04T10:22:42","date_gmt":"2022-06-04T08:22:42","guid":{"rendered":"https:\/\/genzhmkw.wordpress.com\/?p=374"},"modified":"2022-08-11T19:03:31","modified_gmt":"2022-08-11T17:03:31","slug":"zero-waste-zero-money","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/juk.hmkw.de\/ma-genz-in\/zero-waste-zero-money\/","title":{"rendered":"Zero Waste &#8211; Zero Money?"},"content":{"rendered":"\n<p><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-white-color has-black-background-color has-text-color has-background\"><strong>2020 wanderten allein in Deutschland knapp 19 Millionen Tonnen Verpackung in den M\u00fcll. Der Gro\u00dfteil davon ist Plastik, ein energieaufw\u00e4ndig hergestelltes Erd\u00f6lprodukt. Die negativen Folgen f\u00fcr Ozeane, Mensch und Tier wird die Generation Z tragen m\u00fcssen. Doch oft ist der Beitrag zu einer \u00f6kologischeren Gegenwart und Zukunft f\u00fcr sie finanziell kaum tragbar.&nbsp;<\/strong><\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-container-3 wp-block-columns\">\n<div class=\"wp-container-1 wp-block-column has-white-color has-black-background-color has-text-color has-background\">\n<p>Als der 22-j\u00e4hrige Student Jannis Fengler aus Frankfurt am Main zum ersten Mal \u201edie Auff\u00fcllerei\u201c in Frankfurt-Bornheims H\u00f6henstra\u00dfe betritt, f\u00fchlt er sich verloren. \u201eMehrere Kunden erledigten ihren normalen Wocheneinkauf. Alle schienen zu wissen, wie das Konzept funktioniert und das Einzige, was ich mitgebracht hatte, war mein Jutebeutel.\u201c Doch bei den Preisen wird ihm mulmig zumute. Kann er sich die mehr als doppelt so teuren Trockenfr\u00fcchte diesen Monat noch leisten? Oder reicht sein Budget nach den Anschaffungen f\u00fcr Studium und Hobbys nicht mehr aus?<\/p>\n\n\n\n<p>W\u00e4hrend die einen jeden Cent zweimal umdrehen m\u00fcssen, lassen sich andere Studierende von ihren Eltern gro\u00dfz\u00fcgig finanzieren. Wer in Frankfurt lebt und studiert, muss vor allem mit hohen Mieten rechnen. Laut der 21. Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks bleiben Studierenden im Schnitt 168 \u20ac im Monat f\u00fcr Lebensmittel \u00fcbrig. F\u00fcr vier Wocheneink\u00e4ufe im Unverpackt-Laden m\u00fcssten dagegen knapp 250 \u20ac ausgegeben werden. Wer keine finanzielle Unterst\u00fctzung der Eltern genie\u00dft, kann sich diese Summe schlichtweg nicht leisten.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Dennoch wird ein Wandel zur Zero-Waste-Kultur von GenZ-ler:innen bef\u00fcrwortet und nach besten Kr\u00e4ften unterst\u00fctzt. Auch die \u201eFridays for Future\u201c-Initiative zeigt die dringende Notwendigkeit, die Umwelt zu schonen und Ressourcen bedacht zu nutzen. Ob verpackungsfreie Lebensmittel nur Nische oder Trend sind, hat PricewaterhouseCoopers (PwC) untersucht. Schon acht von zehn Konsumenten sind bereit, verpackungsfreie Lebensmittel einzukaufen. Allein mehr als jede:r Dritte w\u00fcrde sogar einen reinen Unverpackt-Laden bevorzugen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Um diesen sich l\u00e4ngst abzeichnenden Trend auch nach Deutschland zu bringen, startete die Franz\u00f6sin Marie Delaperri\u00e8re bereits 2014 in Kiel den ersten einwegverpackungsfreien Lebensmittelladen. Nach dem Versuch, selbst mit ihrer f\u00fcnfk\u00f6pfigen Familie zu leben ohne M\u00fcll zu produzieren, musste sie feststellen, dass so etwas kaum m\u00f6glich war.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Von dieser Problematik lie\u00dfen sich auch weitere junge Gr\u00fcnder:innen inspirieren. So auch Marlen Richter, die gemeinsam mit ihrer langj\u00e4hrigen Freundin Christina Schwab den nachhaltigen Lifestyle im November 2019 auch in die Metropole Frankfurt bringen wollte: \u201eWir m\u00f6chten ein Zeichen gegen den \u00fcberfl\u00fcssigen Konsum- und Verpackungswahn setzen und weitere Menschen f\u00fcr einen verantwortungsbewussten Verbrauch von Rohstoffen und Lebensmitteln sensibilisieren\u201c, betont Richter.<\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;<\/p>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-container-2 wp-block-column has-white-color has-black-background-color has-text-color has-background\">\n<p>Diese Philosophie teilen auch die anderen Zero-Waste-L\u00e4den Frankfurts, mit denen Richter und Schwab in engem Austausch und freundschaftlicher Kooperation arbeiten. H\u00e4ufig werden Bestellungen bei den \u00fcber 130 Lieferanten gemeinsam get\u00e4tigt. \u201eWir haben eine kunterbunte Mischung aus Gro\u00dflieferanten, vielen kleinen Manufakturen und regionalen Produzenten, also querbeet\u201c, berichtet Marlen Richter begeistert. Dabei kommen Bio-Eier immer aus der Region und \u201edie Auff\u00fcllerei\u201c unterst\u00fctzt mit dem Verkauf von Bruderhahn-Eiern auch die Bruderhahn-Initiative (BID), die sich seit 2012 f\u00fcr den Stopp unethischer Praktiken zur T\u00f6tung von m\u00e4nnlichen K\u00fcken stark macht.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Auch andere Projekte, die \u201edie Auff\u00fcllerei\u201c f\u00f6rdert, unterst\u00fctzt der Student Jannis Fengler gerne. Das Sammeln von Korken f\u00fcr recyceltes D\u00e4mm-Granulat in Kooperation mit dem NABU sieht der Frankfurter als leicht umsetzbaren Beitrag zur Ressourcenschonung. Auch an humanit\u00e4ren Initiativen beteiligt sich der Bornheimer Unverpackt-Laden, wie an der Finanzierung von Krankenversicherungen f\u00fcr Menschen in Afrika.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eEs geht darum, diesen Ansatz auch gesamtheitlich zu denken und nicht nur von 12-15 Uhr, sondern vielleicht auch von 12-24 Uhr\u201c, unterstreicht die Mitbegr\u00fcnderin Richter.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Von diesem Gedanken ist auch Jannis Fengler begeistert. \u201eLeider muss ich aber bei manchen Eink\u00e4ufen auch Abstriche machen und auf das g\u00fcnstigere Discounter-Waschmittel zur\u00fcckgreifen\u201c, r\u00e4umt der Student ein.<\/p>\n\n\n\n<p>Gerade bei j\u00fcngeren Kund:innen wird ganzheitliche Nachhaltigkeit, zum Beispiel auch beim Klamottenkauf, immer gr\u00f6\u00dfer geschrieben. Damit diesen entgegengekommen werden kann, bietet \u201edie Auff\u00fcllerei\u201c jeden Dienstag 10 Prozent Rabatt f\u00fcr Sch\u00fcler:innen, Auszubildende und Studierende an.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Um verpackungsfrei einkaufen zu gehen, muss Jannis in verschiedenen Lebensbereichen Priorit\u00e4ten setzen, doch das ist es ihm mehr als wert. Trotz des Versuchs, den W\u00fcnschen der Generation Z nachzukommen, bleibt am Ende nur die unverpackte Wahrheit: Erst mit stabilem mittelst\u00e4ndischen Einkommen ist es erschwinglich, einen nachhaltigen Lifestyle zum Alltag zu machen.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color\" style=\"color:#ddff36\">Emily Moos<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>2020 wanderten allein in Deutschland knapp 19 Millionen Tonnen Verpackung in den M\u00fcll. Der Gro\u00dfteil davon ist Plastik, ein energieaufwendig hergestelltes Erd\u00f6lprodukt. 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