{"id":372,"date":"2022-06-15T10:20:39","date_gmt":"2022-06-15T08:20:39","guid":{"rendered":"https:\/\/genzhmkw.wordpress.com\/?p=372"},"modified":"2022-08-11T19:06:54","modified_gmt":"2022-08-11T17:06:54","slug":"generation-match-vom-liken-und-ghosten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/juk.hmkw.de\/ma-genz-in\/generation-match-vom-liken-und-ghosten\/","title":{"rendered":"Generation Match: Vom Liken und Ghosten"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-white-color has-black-background-color has-text-color has-background\"><strong>Mal ein Wisch nach rechts, mal nach links. F\u00fcr die Generation Z ist das digitale Daten nicht wegzudenken. Dating-Apps wie Tinder &amp; Co er\u00f6ffnen uns den Zugang zu einem grenzenlosen Marktplatz. Das Motto: Swipe and Match.<\/strong>&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-container-3 wp-block-columns\">\n<div class=\"wp-container-1 wp-block-column has-white-color has-black-background-color has-text-color has-background\">\n<p>Vor einem Jahr h\u00e4tte sie niemals gedacht, dass dieser Like ihr Leben vers\u00fc\u00dfen w\u00fcrde. Eben noch sieht sie ein h\u00fcbsches Foto und ein paar Personendaten, ohne sich weiter Gedanken zu machen, doch dann beginnt er zu schreiben! Freude steigt in Johanna Brnic, der 21-j\u00e4hrigen BWL-Studentin aus Offenbach, auf, als ihr Display aufleuchtet. Nach tage- und n\u00e4chtelangem Schreiben kommt es dann endlich zum ersten Treffen. Trotz der kalten M\u00e4rzbrise schlendern sie am Frankfurter Mainufer entlang. Die Gespr\u00e4che mit Philip wirken von Beginn an absolut vertraut. Ihr Herz pocht wie verr\u00fcckt. \u201eWir haben uns dann direkt nach ein paar Tagen wieder getroffen\u201c, sagt Johanna.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Online Dating ist in der Social Media-Generation ein beliebter Trend, dem sich Singles kaum noch entziehen k\u00f6nnen. Im besten Fall finden sie nach ein paar spannenden Erfahrungen eine Partnerschaft auf Augenh\u00f6he. \u00dcber eine Dating-App wie Tinder oder Bumble ist das auch blitzschnell m\u00f6glich &#8211; ohne am Freitagabend mit Freund:innen in die n\u00e4chste Bar zu gehen. Doch manchmal sucht man sich auch zu Tode. Knapp die H\u00e4lfte der jungen Erwachsenen in Deutschland hat schon einmal Online-Dating-Dienste ausprobiert. Hier k\u00f6nnen Nutzer:innen innerhalb von wenigen Minuten ein Profil erstellen und ihre Optionen unbegrenzt ausloten. Ein paar Mal Klicken und Wischen \u2013 und zack! It\u2019s a Match!<\/p>\n\n\n\n<p>Gerade im Corona-Zeitalter sind die Plattformen ganz vorne dabei. Neben neuen Rekorden an Swipes entwickelt sich ein Aufw\u00e4rtstrend f\u00fcr Videocalls und l\u00e4ngeres Chatten. Laut dem Soziologen Dr. Kai Dr\u00f6ge vom Institut f\u00fcr Sozialforschung in Frankfurt am Main verk\u00f6rpern die Flirtdienste nicht nur eine Technologie, sondern eine eigene Kultur des Kennenlernens. Zudem spricht er von einem weiteren Ph\u00e4nomen der Digitalisierung. Durch die Anzahl an Likes wird uns eine komplett andere Sichtweise auf die eigene Person er\u00f6ffnet, bei der wir mit verschiedenen Daten sowohl Selbst- als auch Fremdwahrnehmungen \u00fcberpr\u00fcfen k\u00f6nnen. Ferner spielt die Suche nach Anerkennung eine beachtliche Rolle. \u201eDabei handelt es sich auch um eine ganz neue Form der Selbstbeobachtung\u201d, unterstreicht Dr\u00f6ge.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Trotz der vielen M\u00f6glichkeiten, neuen Leuten zu begegnen, birgt diese sch\u00f6ne Welt auch einige Probleme und ist manchmal noch herausfordernder, als es zwischenmenschliche Beziehungen ohnehin schon sind. H\u00e4ufig wird gnadenlos nach links geswipet &#8211; in der Hoffnung, beim n\u00e4chsten Profil etwas Besseres zu finden. Und wenn es beim Kennenlernen nicht funkt, ist der Kontakt schnell beendet.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Doch das wohl gr\u00f6\u00dfte Problem an der Sache ist \u201eGhosting\u201c. Dabei handelt es sich um einen unerwarteten Kontaktabbruch. Was heute mit einem hei\u00dfen Flirt beginnt, kann morgen schnell mit einem Klick enden. <\/p>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-container-2 wp-block-column has-white-color has-black-background-color has-text-color has-background\">\n<p>Mehr als 80 Prozent der jungen Generation sind bereits mit diesem Ph\u00e4nomen konfrontiert worden. Weil diese pl\u00f6tzliche Ignoranz immer von einer anderen Person ausgeht, kann man sich kaum davor sch\u00fctzen. Vom Swipen kommt Gen Z trotzdem erstmal nicht so schnell los.<\/p>\n\n\n\n<p>W\u00e4hrend manche nach dem perfekten Match suchen, nutzen andere das Online-Dating eher als netten Zeitvertreib oder aus reiner Neugier. Auf jeden Fall ist es der bequemere, aber auch oberfl\u00e4chlichere Weg, sich zu begegnen. Mittlerweile ist es auch \u00fcblicher, dass die Single-Ladies den ersten Schritt machen. Durch die Konzeption von Bumble k\u00f6nnen sie sogar erst an ein Match gelangen, wenn sie einen Chat beginnen. Dennoch folgt das Online-Flirten auch bei Gen Z vielmehr den klassischen Geschlechterrollen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Katharina Gerner, die 24- j\u00e4hrige International Management Studentin aus Oberursel, war lange auf der Dating-App Tinder angemeldet, um im World Wide Web ihr Gl\u00fcck zu versuchen. Jedoch h\u00e4lt sie \u2013 auch bei vielen Likes \u2013 nicht wirklich viel davon. Im Netz ernsthaft jemanden kennenzulernen, daran glaubt sie nicht. \u201eDer Ego-Push spielt dabei nat\u00fcrlich auch immer eine Rolle\u201c, f\u00fcgt sie hinzu. Trotzdem ergreift sie als selbstbewusste Frau die Initiative und l\u00e4sst sich nicht nur von den Herren der Sch\u00f6pfung anschreiben. Likes hat sie wegen vieler unsympathischer Profile allerdings nur selten verteilt.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Einen witzigen Urlaubsflirt l\u00e4sst sie sich trotzdem nicht entgehen. Bei einem Kurztrip in Holland lernt sie online jemanden kennen \u2013 vollkommen spontan, nachdem sie ein Foto von sich postete. Noch am selben Abend geht sie mit ihm und seinen Jungs etwas trinken. Die Stimmung ist ausgelassen. Das Treffen hat ihre Skepsis deutlich entspannt. \u201eIch mache sonst nie irgendetwas Verr\u00fccktes\u201c, meint sie. Das Online-Dating konnte ihr gl\u00e4serklirrend doch noch ein Lachen ins Gesicht zaubern.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Den Mitgliedern der Generation Z kommt es nicht zwingend darauf an, mit dem n\u00e4chsten Like den Partner f\u00fcrs Leben zu finden. Daf\u00fcr wollen sie interessante Menschen treffen und einfach mal locker quatschen. In der Zukunft des Online-Datings rechnet Dr\u00f6ge mit einem verst\u00e4rkten Einsatz von Algorithmen. Ob diese zu einer erf\u00fcllenden Partnerschaft f\u00fchren, bleibt allerdings fraglich. Der Soziologe meint: \u201eEs ist vielleicht noch nie so leicht gewesen, neue Leute kennenzulernen. Aber daraus eine Beziehung aufzubauen, das ist nochmal etwas ganz anderes. Und das ist so schwer, wie es immer schon war.\u201c<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-container-4 wp-block-buttons\">\n<div class=\"wp-block-button is-style-outline\"><a class=\"wp-block-button__link has-background\" href=\"https:\/\/juk.hmkw.de\/ma-genz-in\/laura\/\" style=\"background-color:#ddff36\">Laura Corzilius<\/a><\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mal ein Wisch nach rechts, mal nach links. F\u00fcr die Generation Z ist das digitale Daten nicht wegzudenken. Dating-Apps wie Tinder &amp; Co er\u00f6ffnen uns den Zugang zu einem grenzenlosen Marktplatz. 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