{"id":337,"date":"2022-06-11T11:14:20","date_gmt":"2022-06-11T09:14:20","guid":{"rendered":"https:\/\/genzhmkw.wordpress.com\/?p=337"},"modified":"2022-08-11T19:05:39","modified_gmt":"2022-08-11T17:05:39","slug":"vorsicht-suchtgefahr","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/juk.hmkw.de\/ma-genz-in\/vorsicht-suchtgefahr\/","title":{"rendered":"Vorsicht Suchtgefahr"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-white-color has-black-background-color has-text-color has-background\"><strong>\u201eNetflix and chill\u201c gilt mittlerweile als Hobby f\u00fcr viele junge Menschen und ersetzt sogar den klassischen Freitagabend in den Bars und Clubs der Stadt. Doch was, wenn der Serien-Konsum das gesunde Ma\u00df \u00fcbersteigt?&nbsp;<\/strong><\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-container-3 wp-block-columns\">\n<div class=\"wp-container-1 wp-block-column has-white-color has-black-background-color has-text-color has-background\">\n<p>Strahlend blauer Himmel, die Sonne zeigt sich von ihrer besten Seite und das Thermometer knackt die 25 Grad-Marke. Bei so perfektem Wetter treffen sich seine Freunde zum Fu\u00dfballspielen im Park oder gehen gemeinsam ins Schwimmbad \u2013 doch Max Eberle ist mal wieder nicht dabei. Er sitzt lieber daheim, zieht die Decke bis unters Kinn und hat eine Verabredung mit einer Serie, die er gerade neu auf Netflix entdeckt hat. Das schlechte Gewissen nagt an ihm, wenn er durch die Schlitze der Jalousie die Sonnenstrahlen blitzen sieht. Er wei\u00df, dass seine Freund:innen gerade ohne ihn Spa\u00df haben und etwas erleben. <\/p>\n\n\n\n<p>Doch nicht immer f\u00fchlt sich der 27-j\u00e4hrige bei seinen Exzessen schlecht: \u201eEs kann etwas Beruhigendes sein, sich einen Tag extra rauszunehmen und nichts zu tun. Es macht mir Spa\u00df, ein Couchpotato zu sein und von fr\u00fch bis sp\u00e4t Serien zu schauen.\u201c An solchen Tagen schaltet er gerne schon um neun Uhr am Morgen den Fernseher ein, um bis tief in die Nacht Serien des beliebten Streamingdienstes zu schauen. \u201e16 oder 17 Stunden am St\u00fcck habe ich sicherlich schonmal auf Netflix verbracht\u201c, sch\u00e4tzt der Netflixliebhaber.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><img data-attachment-id=\"756\" data-permalink=\"https:\/\/juk.hmkw.de\/ma-genz-in\/vorsicht-suchtgefahr\/statistik-vuma-umfrage\/\" data-orig-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/juk.hmkw.de\/ma-genz-in\/wp-content\/uploads\/sites\/14\/2022\/07\/statistik-vuma-umfrage-e1657139315134.png?fit=932%2C629&amp;ssl=1\" data-orig-size=\"932,629\" data-comments-opened=\"1\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;0&quot;}\" data-image-title=\"statistik-vuma-umfrage\" data-image-description=\"\" data-image-caption=\"\" data-medium-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/juk.hmkw.de\/ma-genz-in\/wp-content\/uploads\/sites\/14\/2022\/07\/statistik-vuma-umfrage-e1657139315134.png?fit=300%2C202&amp;ssl=1\" data-large-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/juk.hmkw.de\/ma-genz-in\/wp-content\/uploads\/sites\/14\/2022\/07\/statistik-vuma-umfrage-e1657139315134.png?fit=700%2C472&amp;ssl=1\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/juk.hmkw.de\/ma-genz-in\/wp-content\/uploads\/sites\/14\/2022\/07\/statistik-vuma-umfrage-e1657139315134.png?resize=379%2C256\" alt=\"\" class=\"wp-image-756\" width=\"379\" height=\"256\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/juk.hmkw.de\/ma-genz-in\/wp-content\/uploads\/sites\/14\/2022\/07\/statistik-vuma-umfrage-e1657139315134.png?w=932&amp;ssl=1 932w, https:\/\/i0.wp.com\/juk.hmkw.de\/ma-genz-in\/wp-content\/uploads\/sites\/14\/2022\/07\/statistik-vuma-umfrage-e1657139315134.png?resize=300%2C202&amp;ssl=1 300w, https:\/\/i0.wp.com\/juk.hmkw.de\/ma-genz-in\/wp-content\/uploads\/sites\/14\/2022\/07\/statistik-vuma-umfrage-e1657139315134.png?resize=768%2C518&amp;ssl=1 768w, https:\/\/i0.wp.com\/juk.hmkw.de\/ma-genz-in\/wp-content\/uploads\/sites\/14\/2022\/07\/statistik-vuma-umfrage-e1657139315134.png?resize=200%2C135&amp;ssl=1 200w, https:\/\/i0.wp.com\/juk.hmkw.de\/ma-genz-in\/wp-content\/uploads\/sites\/14\/2022\/07\/statistik-vuma-umfrage-e1657139315134.png?resize=700%2C472&amp;ssl=1 700w, https:\/\/i0.wp.com\/juk.hmkw.de\/ma-genz-in\/wp-content\/uploads\/sites\/14\/2022\/07\/statistik-vuma-umfrage-e1657139315134.png?resize=593%2C400&amp;ssl=1 593w\" sizes=\"(max-width: 379px) 100vw, 379px\" data-recalc-dims=\"1\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n<p>Max ist nicht der Einzige, der sich hin und wieder einem Marathon an Serien hingibt. Laut einer Studie aus dem Jahr 2020 von VuMa Touchpoints, einer Markt-Media-Studie f\u00fcr elektronische Medien, gaben 24,6 Prozent der \u00fcber 14-j\u00e4hrigen Netflixnutzer:innen in Deutschland an, t\u00e4glich Filme, Serien oder kurze Clips auf&nbsp; Streamingportalen zu konsumieren. Beim Einschalten einer Serie bleibt es oftmals allerdings nicht bei nur einer Folge. Das Ph\u00e4nomen, drei, vier oder mehr Episoden ohne Unterbrechung zu schauen, wird in der Wissenschaft als <em>Bingewatching<\/em> bezeichnet. <\/p>\n\n\n\n<p>Streamingdienste wie Netflix wissen genau, was zu tun ist, um ihre Nutzer:innen zu einem <em>Binge<\/em> zu verlocken. Zwar nimmt man sich vor, heute nur eine Folge zu schauen, doch wenn die eine fertig ist, startet in f\u00fcnf, vier, drei, zwei, eins Sekunden schon die n\u00e4chste. Zeit zur Fernbedienung zu greifen und den roten Knopf zu dr\u00fccken bleibt da kaum. Wenn Folge zwei schon angefangen hat, schalten die meisten nicht ab. Die dreiviertel Stunde mehr oder weniger macht f\u00fcr sie keinen Unterschied. Dass Netflix Staffeln meistens komplett ver\u00f6ffentlicht, ist ein weiterer Faktor warum es so schwer ist, den eigenen Konsum zu rationieren. Einmal mit der Staffel angefangen, will man sie so schnell wie m\u00f6glich beenden. Der Serienmarathon wird auch durch Cliffhanger unterst\u00fctzt. Die Spannung am Ende der Folge nimmt zu, bricht aber abrupt ab und l\u00e4sst den Zuschauer mit Fragen zur\u00fcck. Das Verlangen zu erfahren, was in der weiteren Episode geschieht, macht ein Abschalten nahezu unm\u00f6glich.&nbsp;<\/p>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-container-2 wp-block-column has-white-color has-black-background-color has-text-color has-background\">\n<p>F\u00fcr Kevin Niang, Sozialp\u00e4dagoge des MEDIAN Gesundheitszentrums in der Sucht- und Psychosomatik-Beratung, ist der Drang, eine Folge nach der n\u00e4chsten streamen zu m\u00fcssen, klares Anzeichen einer Suchttendenz. Als Suchterkrankung wird ein exzessiver Serienkonsum bislang noch nicht gewertet, doch laut Niang k\u00f6nnte sich das in Zukunft \u00e4ndern: \u201eIch bin davon \u00fcberzeugt, dass es Seriensucht gibt, auch wenn sie als solches noch nicht klassifiziert wurde.\u201c <\/p>\n\n\n\n<p>Bisher z\u00e4hlt jegliche Art von \u00fcberm\u00e4\u00dfigem Medienkonsum zu Computerspielsucht. Dabei ist es egal, ob der Konsum auf soziale Medien, die Smartphonenutzung generell oder eben auf Serienkonsum bezogen ist. Das liegt daran, dass der Effekt immer derselbe ist. Ob beim Abtauchen in die Serienwelt oder in das Computerspieluniversum, Betroffene isolieren sich, schotten sich von ihrem sozialen Umfeld ab und k\u00f6nnen sogar eine Sozialphobie entwickeln. Im schlimmsten Fall kann der Verlust der sozialen Kontakte zu Depressionen f\u00fchren. Wenn schon die Freund:innen fehlen, die sich melden, tut es aber immerhin noch einer: der Hunger. Fr\u00fcher oder sp\u00e4ter \u00fcberf\u00e4llt er jeden, auch beim Nichtstun. Doch der Gang aus dem Bett zum K\u00fchlschrank ist lang und m\u00fchsam. Die Serie zu unterbrechen, um sich etwas zu kochen? Bequem im Bett liegen zu bleiben und den n\u00e4chsten Lieferservice zum f\u00fcnften Mal die Woche anrufen scheint die bessere Option zu sein.<\/p>\n\n\n\n<p> Gesund und gut f\u00fcr den Geldbeutel ist dieses Verhalten sicherlich nicht. Vor allem jemand, der psychisch erkrankt ist und dadurch den Bezug zu sozialen Kontakten verliert, hat es schwer, sich von einem Serienmarathon loszurei\u00dfen. Niang erkl\u00e4rt, warum sie besonders anf\u00e4llig f\u00fcr suchtartigen Serienkonsum sind: \u201eDen sozialen R\u00fcckzug m\u00fcssen depressive Menschen irgendwie kompensieren. Sie suchen Ablenkung und das passiert beispielsweise dadurch, wenn sie sich von Serien berieseln lassen\u201c.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Serienbinge kommt bei Max heute nur noch selten vor. Nur wenn eine neue Staffel seiner Lieblingsserie ver\u00f6ffentlicht wird, gibt er sich einem Serienmarathon hin. \u201eDie Angst davor, meine Zeit mit einem schlechten Film oder einer schlechten Serie zu verschwenden, dominiert heute\u201c, erkl\u00e4rt er. Deshalb fokussiert sich Max lieber auf kurze Dokus, die er auf YouTube anschauen kann. Bei diesem Format f\u00fchlt er sich nicht dazu gezwungen weiterzuschauen, wenn es ihm nicht gef\u00e4llt. \u201eBei einer Doku kann ich auch nach 20 Minuten einfach abschalten. Auch wenn sie schlecht war, habe ich trotzdem etwas dabei gelernt, anders als wenn ich mich bei Netflix berieseln lasse.\u201c&nbsp;<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-container-4 wp-block-buttons\">\n<div class=\"wp-block-button is-style-outline\"><a class=\"wp-block-button__link has-background\" href=\"https:\/\/juk.hmkw.de\/ma-genz-in\/lisa\/\" style=\"background-color:#ddff36\">Lisa Robbers<\/a><\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie Serienabh\u00e4ngigkeit entsteht und was die Folgen sind<\/p>\n<p>\u201eNetflix and chill\u201c gilt mittlerweile als Hobby f\u00fcr viele junge Menschen und ersetzt sogar den klassischen Freitagabend in den Bars und Clubs der Stadt. 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