{"id":335,"date":"2022-06-14T11:13:58","date_gmt":"2022-06-14T09:13:58","guid":{"rendered":"https:\/\/genzhmkw.wordpress.com\/?p=335"},"modified":"2022-08-11T19:06:33","modified_gmt":"2022-08-11T17:06:33","slug":"diagnose-depression","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/juk.hmkw.de\/ma-genz-in\/diagnose-depression\/","title":{"rendered":"Diagnose Depression"},"content":{"rendered":"\n<p><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-white-color has-black-background-color has-text-color has-background\"><strong>Immer h\u00e4ufiger erhalten junge Erwachsene die Diagnose Depression. Wie die Krankheit sich zeigt, ist so individuell wie es ihre Ursachen und Ausl\u00f6ser sind. Die hohe Zahl der Diagnosen innerhalb der Generation Z geht vor allem auf deren offenen Umgang mit der Thematik zur\u00fcck.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-container-3 wp-block-columns\">\n<div class=\"wp-container-1 wp-block-column has-white-color has-black-background-color has-text-color has-background\">\n<p>\u201eEs geht mir gut\u201c, sagt Sarah Maria Becker und l\u00e4chelt. Wenn sie diesen Satz heute sagt, meint sie ihn ernst. Lange Zeit war das nicht der Fall. Die 24-j\u00e4hrige Studentin ist an einer depressiven St\u00f6rung erkrankt, die sie sich und ihrem Umfeld jahrelang nicht eingestehen konnte. Mit ihrer Diagnose ist Sarah nicht allein. Depressionen geh\u00f6ren zu den h\u00e4ufigsten psychischen Krankheitsbildern bei jungen Menschen. Jede vierte Frau und jeder achte Mann durchlebt mindestens einmal im Leben eine depressive Phase. Etwa drei bis zehn Prozent der zur Generation Z geh\u00f6renden Bev\u00f6lkerung suchen bereits im Jugendalter \u00e4rztliche Hilfe auf.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei \u00c4rzt:innen und Therapeut:innen wird diese Entwicklung als positiv wahrgenommen. \u201eEs ist nicht so, dass die Generation Z anf\u00e4lliger f\u00fcr Depressionen ist als die vorangegangenen Generationen. Der Anstieg der Diagnosen kommt daher, dass es zum einen weniger Fehldiagnosen diesbez\u00fcglich gibt. Zum anderen ist es aber auch so, dass die Menschen eher zum Arzt gehen und sich aktiv Hilfe suchen\u201c, erkl\u00e4rt Christine Reif-Leonhard, leitende Ober\u00e4rztin in der Klinik f\u00fcr Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie am Universit\u00e4tsklinikum Frankfurt am Main.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr Sarah war das anders. Allein der Gedanke an eine Psychotherapie stie\u00df bei ihr auf Widerstand. \u201eIch habe meine Symptome sehr lange ignoriert und verdr\u00e4ngt. Als ich 14 Jahre alt war, hatte ich bereits Suizidgedanken, Stimmungsschwankungen und Motivationsverlust, aber das habe ich einfach auf die Pubert\u00e4t geschoben. Selbst als ich mir nach dem Tod meines Gro\u00dfvaters bewusst gemacht habe, dass irgendetwas in mir nicht stimmt, bin ich nicht zum Arzt gegangen. F\u00fcr mich hat das etwas Unnormales bedeutet, in Therapie zu gehen, ich habe mich gesch\u00e4mt und wollte damit nicht in Verbindung gebracht werden. Erst nach einem Zusammenbruch und der Einweisung in eine Klinik, als ich 21 Jahre alt war, habe ich mir die Krankheit wirklich eingestanden\u201c, sagt sie. Im Nachhinein ist sie dankbar f\u00fcr den Aufenthalt in der Klinik und die Unterst\u00fctzung, die sie von Familie und Freund:innen erhalten hat. Inzwischen erkennt die Studentin die St\u00e4rke darin, sich helfen zu lassen. Um andere Betroffene dabei zu unterst\u00fctzen, ihre Depressionen fr\u00fchzeitig zu erkennen, informiert sie in den sozialen Netzwerken \u00fcber das Krankheitsbild und hat ein Buch \u00fcber ihre Erfahrungen geschrieben.<\/p>\n\n\n\n<p>Da Depressionen von Mensch zu Mensch anders verlaufen, werden sie oft nicht sofort als psychische St\u00f6rungen wahrgenommen. Gem\u00e4\u00df der Stiftung Deutsche Depressionshilfe handelt es sich bei der Depression um eine Erkrankung, die das Handeln, F\u00fchlen und Denken der Betroffenen beeinflusst und erhebliches Leiden verursacht \u00c4rzt:innen diagnostizieren die Krankheit, wenn Symptome \u00fcber einen Zeitraum von mindestens zwei Wochen vorhanden sind.<\/p>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-container-2 wp-block-column has-white-color has-black-background-color has-text-color has-background\">\n<p>Zu den Fr\u00fchsymptomen geh\u00f6ren Ein- oder Durchschlafst\u00f6rungen, Zur\u00fcckgezogenheit, Motivationsverlust, ein geringes Selbstwertgef\u00fchl und Suizidgedanken. Auch anhaltende M\u00fcdigkeit, das Gef\u00fchl von innerer Leere und Freudlosigkeit k\u00f6nnen Anzeichen einer Depression sein.<\/p>\n\n\n\n<p>In der Regel sind Depressionen nicht auf eine einzige Ursache oder einen einzigen Ausl\u00f6ser zur\u00fcckzuf\u00fchren. Es ist das Zusammenspiel verschiedener Belastungsfaktoren, das sich als Depression \u00e4u\u00dfert. Genetische Faktoren oder hormonelle Ver\u00e4nderungen haben genau so viel Einfluss auf die Entstehung von Depressionen wie traumatische Erlebnisse, Verluste oder \u00dcberlastung. Die Wahrscheinlichkeit, an einer Depression zu erkranken, erh\u00f6ht sich, wenn nahe Verwandte ebenfalls von der Krankheit betroffen sind oder w\u00e4hrend der Jugend bereits psychische St\u00f6rungen aufgetreten sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Die durch die Covid-19-Pandemie bedingte soziale Distanz stellt vor allem f\u00fcr die j\u00fcngeren Angeh\u00f6rigen der Generation Z einen gro\u00dfen Belastungsfaktor dar. Friederike Rau-Kie\u00df, Lehrerin an einer weiterf\u00fchrenden Schule, beobachtet seit 2020 einen Anstieg der Freudlosigkeit ihrer Sch\u00fcler:innen. \u201eK\u00f6rpersprachlich l\u00e4sst sich viel erkennen\u201c, sagt sie. \u201eViele Sch\u00fcler sitzen zusammengekauert da, verschr\u00e4nken ihre Arme oder verstecken sich unter ihren Jacken und Kapuzen. Sie wissen nicht, wie sie mit der ungewohnten Situation und dem Leistungsdruck umgehen sollen. Einige schreiben S\u00e4tze wie \u201eIch will sterben\u201c an ihren Heftrand.\u201c Die Beobachtungen der Lehrerin decken sich mit denen der \u00c4rzt:innen und Therapeut:innen. Christine Reif-Leonhard best\u00e4tigt, dass bei jungen Menschen seit Beginn der Pandemie ein massiver Anstieg an Depressionen, Anorexie und Angstst\u00f6rungen zu verzeichnen ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch die Jugendlichen wissen sich zu helfen: Friederike Rau-Kie\u00df erlebt regelm\u00e4\u00dfig, dass Sch\u00fcler:innen diese Themen von sich aus ansprechen und sich nicht davor scheuen, Hilfe zu suchen. Auch in ihrem virtuellen Wahlkurs \u201ePsychologie und Selbstentwicklung\u201c bekunden die Jugendlichen Interesse an den Gebieten Motivation, St\u00f6rungsbilder und Stressmanagement. Charakteristisch f\u00fcr Generation Z ist die Bereitschaft, sich ernsthaft mit psychischen Erkrankungen auseinanderzusetzen und durch einen offenen Diskurs zur weiteren Entstigmatisierung beizutragen.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<p><img loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/lh3.googleusercontent.com\/9ucniE9gHHQ1nlf5wIJki8Jbttp1SjWkAvppXuFsHmSTKGV2yHakEEse0SvMpFDZZtc0ng-l9PzZBaZMOqcHzXQu_Zr562yVqYpdak54YbAOWcsbBSKntgdrMi_VlfsEEW5pAI4Dcv8bMraXGA\" width=\"605\" height=\"177\"><\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-container-4 wp-block-buttons\">\n<div class=\"wp-block-button is-style-outline\"><a class=\"wp-block-button__link has-background\" href=\"https:\/\/juk.hmkw.de\/ma-genz-in\/johanna\/\" style=\"background-color:#ddff36\">Johanna Kaps<\/a><\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Immer h\u00e4ufiger erhalten junge Erwachsene die Diagnose Depression. Wie die Krankheit sich zeigt, ist so individuell wie ihre Ursachen und Ausl\u00f6ser. 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